Verbraucherschützer warnen vor Bumerang-Effekt bei Auto-Kaufprämie für Verbrenner

  02 Juni 2020    Gelesen: 474
Verbraucherschützer warnen vor Bumerang-Effekt bei Auto-Kaufprämie für Verbrenner

Vor den Beratungen der Koalitionsspitzen über ein Corona-Konjunkturpaket hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vor einem möglichen Bumerang-Effekt einer Kaufprämie für Autos mit Benzin- oder Dieselmotor gewarnt.

 In den kommenden Jahren werde das CO2-Thema wichtiger werden, sagte Vzbv-Chef Klaus Müller der Tageszeitung "taz" vom Dienstag. "Unter anderem dürfte Benzin teurer und die Kfz-Steuer ökologisiert werden", prognostizierte der Verbraucherschützer.

"Wer sich jetzt mit staatlichem Segen und Geld ein CO2-unfreundliches Auto gekauft hat, wird sich fragen: Wieso hat es einen Scheck der Kanzlerin für dieses Auto gegeben?", sagte Müller. Maßnahmen zur CO2-Minderung seien schon längst beschlossen.
Am Dienstag berät der Koalitionsausschuss von Union und SPD über Konjunkturhilfen unter anderem für die Autoindustrie. Kontrovers diskutiert wird dabei, ob auch der Kauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mit staatlicher Hilfe angekurbelt werden soll. Die drei Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen plädieren für Kaufprämien für E-Autos und auch moderne Verbrenner.

Aus der CDU kam am Dienstagmorgen die Forderung nach einer Prämie mit ökologischem Anspruch. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagt im SWR, Klimaschutz müsse der Maßstab sein. Eine "Abwrackprämie alter Lesart ohne Öko-Anspruch ist ausgeschlossen". Zugleich müssten die Maßnahmen ausgerichtet sein auf die Ankurbelung der Konjunktur. Es gebe noch viele Fragen zu klären.

AFP.com


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