Bundeswehr startet Hilfsaktion für Beirut

  06 Auqust 2020    Gelesen: 310
  Bundeswehr startet Hilfsaktion für Beirut

Zwei Tage nach der Explosions-Katastrophe ist die Lage im Beiruter Hafengebiet noch immer unübersichtlich. Internationale Rettungsteams eilen in die Hauptstadt des Libanon, um bei der Suche nach Vermissten und der Versorgung von Verletzten zu helfen. Auch Deutschland entsendet erste Spezialkräfte.

Deutschland hat dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut einen größer angelegten Hilfseinsatz der Bundeswehr angeboten und damit zum Teil schon begonnen. Die in Köln/Wahn stationierte "fliegende Intensivstation" der Bundeswehr - ein Airbus A310 "MedEvac" für den Transport Schwerverletzter - wurde in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt. Darüber hinaus sei ein schnell verlegbares Luftrettungszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Das hochmobile Lazarett könnte demnach in weniger als 96 Stunden in Beirut eingesetzt werden. Ein Erkundungsteam des Sanitätswesens der Bundeswehr soll die Lage in Beirut kurzfristig vor Ort prüfen und wird dafür eingeflogen.

Auch sei die Korvette "Ludwigshafen am Rhein" von Limasol auf Zypern in Richtung Libanon entsandt worden, hieß es. Sie wurde dafür aus ihrem Auftrag bei der UN-Mission Unifil herausgelöst. "Nach etwa sechs Stunden wird sie in Beirut eintreffen, um mit der Besatzung, inklusive einem Schiffsarzt, vor Ort zu unterstützen", teilte das Ministerium mit.

Nach Angaben der libanesischen Regierung vom Vorabend wurden mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Unter den Trümmern werden weitere Vermisste vermutet. Geschätzt wird, dass bis zu 250.000 Einwohner ihre Wohnungen verloren haben. Die genaue Ursache der Detonation ist noch unklar. Sie steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein sollen. Eine Untersuchungskommission soll bis zur kommenden Woche einen ersten Bericht vorlegen.

Die heftige Detonation am Dienstag zerstörte große Teile des Hafens, der für die Versorgung des Landes zentral ist, aber auch für den Transport von Hilfsgütern nach Syrien. Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus - so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) entsandte zur schnellen Hilfe erste Kräfte. Im Auftrag der Bundesregierung brachen ein Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) sowie ein Botschaftsunterstützungsteam am Mittwochabend in den Libanon auf, wie die Organisation mitteilte. "Vor Ort werden unsere Einsatzkräfte unter anderem die Lage erkunden und beurteilen, Verschüttete lokalisieren und retten, Gebäudeschäden beurteilen und die Botschaft unterstützen", sagte THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner.

"Unsere Expertinnen und Experten sind gut vorbereitet und geschult, sodass sie die Bevölkerung Libanons bestmöglich bei der Bewältigung der Katastrophe unterstützen können", sagte Lackner. Die SEEBA-Kräfte sind Spezialisten für Rettung und Bergung in Katastrophengebieten, etwa nach Erdbeben. Ausgestattet mit moderner Technik und Suchhunden suchen die Helfer nach Überlebenden. Die SEEBA war unter anderem nach den schweren Erdbeben im Iran 2003, in Pakistan 2005 und in Japan 2011 im Einsatz. Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes.

ntv


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