Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist festgenommen

  24 September 2020    Gelesen: 393
Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist festgenommen

Wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung ist der Hongkonger Aktivist Joshua Wong festgenommen worden. Das geht aus einem Beitrag auf Wongs Twitteraccount hervor.

Er gehört zu den international bekanntesten Gesichtern der Hongkonger Demokratiebewegung: Nun ist Demokratieaktivist Joshua Wong erneut festgenommen worden.

Auf seinem Twitteraccount wurde ein Beitrag veröffentlicht, in dem es heißt: "Die Verhaftung bezieht sich auf die Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung am 5. Oktober im vergangenen Jahr." Er solle außerdem das damals geltende Vermummungsverbot missachtet haben.

Wong kämpft seit Jahren gegen die schleichende Vereinnahmung Hongkongs durch China. 2014 wurde er zum Redeführerer der Studentenproteste in seinem Land. Bereits 2017 wurde er mit anderen Aktivisten zu einer Haftstrafe verurteilt, nachdem sich Tausende Hongkonger zur Regenschirmbewegung zusammengeschlossen und freie Wahlen gefordert hatten. Zuletzt kandidierte er für den Legislativrat in Hongkong - wurde aber von den Wahlen ausgeschlossen.

Seit Einführung des umstrittenen "Sicherheitsgesetzes" durch China gehen die Hongkonger Behörden immer härter gegen die Demokratiebewegung vor. Das sogenannte Sicherheitsgesetz schränkt die Bürgerrechte in Hongkong massiv ein und stellt den bislang schwersten chinesischen Eingriff in die Autonomierechte der früheren britischen Kronkolonie dar. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch oder terroristisch ansieht. 

Hongkongs demokratische Opposition geht davon aus, dass das Gesetz auf sie abzielt. Mehrere bekannte Anhänger der Protestbewegung waren bereits vor einigen Wochen festgenommen und später gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Andere prominente Anhänger der Demokratiebewegung haben Hongkong vorsorglich verlassen.

Im vergangenen Jahr hatte es große Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone gegen den zunehmenden Einfluss Pekings gegeben. Seit der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China war Hongkong autonom mit eigenen Freiheitsrechten regiert worden. Aus Sicht von Kritikern bedeutet das Staatssicherheitsgesetz das Ende des seit 1997 verfolgten Grundsatzes "Ein Land, zwei Systeme".

spiegel


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