FAA-Chef will bei Testflug der Boeing 737 Max mit an Bord

  26 September 2020    Gelesen: 271
FAA-Chef will bei Testflug der Boeing 737 Max mit an Bord

Anderthalb Jahre gab es keine Starterlaubnis für die Boeing 737 Max, nun steht die Wiederzulassung bevor. Am Testflug will US-Behördenchef Steve Dickson persönlich teilnehmen.

Der Chef der US-Luftfahrtaufsicht FAA will sich am Mittwoch persönlich von der Sicherheit von Boeings Krisenjet 737 Max überzeugen. Behördenleiter Steve Dickson plane am 30. September einen Testflug mit der Maschine, teilte die FAA mit. Dickson ist selbst ehemaliger Pilot, der lange für die United States Air Force und Delta Air Lines flog.

Im Wiederzulassungsverfahren des wegen zwei Abstürzen mit 346 Toten seit über anderthalb Jahren mit Startverboten belegten Boeing-Jets ist der "Administrator's Flight" des FAA-Chefs eine der letzten Hürden und von großer symbolischer Bedeutung. Bevor die Maschine wieder für den Betrieb zugelassen wird, sind der Behörde zufolge jedoch noch weitere abschließende Schritte erforderlich.

Die FAA hatte zuletzt betont, bei der erneuten Zertifizierung der 737 Max keinen festen Zeitplan zu verfolgen und den Flieger erst wieder für den Passagierbetrieb zuzulassen, wenn alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt seien.

Auch andere internationale Aufsichtsbehörden wie die europäische EASA haben noch ein Wort mitzureden, damit die 737 Max wieder im internationalen Luftverkehr zum Einsatz kommen kann.

Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses rüffelte indes sowohl Boeing als auch die FAA. Ursache der Abstürze sei die Gier des Konzerns gewesen, die zu gutgläubige Luftfahrtbehörde treffe aber ebenfalls Schuld, hieß es.

Diese Woche berieten FAA, EASA sowie ihre Pendants aus Kanada und Brasilien bereits gemeinsam über Boeings Vorschläge hinsichtlich des Pilotentrainings vor der Wiederinbetriebnahme.

Sicherheitsbedenken auch beim "Dreamliner"
Als Hauptursache der Abstürze gilt eine fehlerhafte Steuerungssoftware des Airbus-Rivalen. Boeing wollte die Probleme eigentlich längst behoben haben, stattdessen kamen jedoch neue Mängel hinzu. Die FAA hatte ihre heiße Testphase zur Wiederzulassung bereits Anfang Juli abgeschlossen. Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses prangerte Boeing indes wegen Schlamperei und Vertuschung an.

Zuletzt hatte die FAA auch wegen der Langstreckenmaschine 787 "Dreamliner" Ermittlungen gegen Boeing gestartet. Der Hersteller hatte zuvor wegen akuter Sicherheitsbedenken sieben Flugzeuge des Typs aus dem Verkehr gezogen. Gebaut wurden sie im Jahr 2019; bis vor Kurzem waren sie noch bei Singapore Airlines, Air Canada, Etihad Airways oder Norwegian im Einsatz. Sie alle sollen nun umfangreich untersucht werden.

spiegel


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