21-Tonnen-Raketenteil stürzt zur Erde – Aufprallort unbekannt

  04 Mai 2021    Gelesen: 217
21-Tonnen-Raketenteil stürzt zur Erde – Aufprallort unbekannt

China baut eine eigene Weltraumstation – das produziert viel Schrott. Ein Modul einer Rakete soll nun wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Experten hoffen, dass es im Wasser landet.

Jährlich landen rund 100 Tonnen Weltraumschrott auf der Erde. Offenbar wird in diesem Monat ein erheblicher Teil dieser Jahresmenge niedergehen. Wie der "Guardian" berichtet, stürzt derzeit ein Teil einer chinesischen Rakete in Richtung Erde.

Dabei geht es laut der Zeitung eher unkontrolliert zu. Das rund 30 Meter lange Kernmodul der Rakete »Langer Marsch 5B« könnte demnach im schlimmsten Fall über besiedeltem Gebiet niedergehen.

Am Dienstag befand sich das Schrottmodul auf einer Umlaufbahn in rund 300 Kilometern Höhe. Mit rund 27.000 Stundenkilometern umkreist es die Erde alle 90 Minuten und sinkt dabei langsam ab – etwa 80 Kilometer seit dem Wochenende.

Einen vergleichbaren Fall hatte es schon im Mai 2020 gegeben. Damals fiel der Schrott in den Atlantik. Experten sehen große Chancen, dass das Modul auch dieses Mal im Wasser landet.

Dabei ist Weltraumschrott durchaus nicht ungewöhnlich, unzählige Raketenteile, Satelliten und Trümmerstücke rasen um unsere Erde. Sind sie nicht zu weit draußen im All, werden sie dabei durch die Moleküle der Atmosphäre, die es dort noch gibt, verlangsamt. Je dichter die Atmosphäre wird, desto stärker die Bremswirkung – irgendwann stürzt das Material dann ab. Beim Weg durch die Atmosphäre zurück zur Erde wird es stark erhitzt. Kleinere Teile verglühen, größere Objekte können auch die Oberfläche unseres Planeten erreichen.

China hatte vor Kurzem mit dem Bau seiner eigenen Weltraumstation begonnen. Das jüngst ins All transportierte, 22 Tonnen schwere Modul »Tianhe« (Himmlische Harmonie) soll den Hauptteil der Raumstation bilden, die »um 2022« fertig gestellt werden soll. Das Raketenteil, das nun abstürzt, stammt vom Transport dieses Stationsteils.

In den kommenden Wochen sollen zwei weitere Raumflüge dicht nacheinander folgen. Im Mai könnte schon das Cargo-Raumschiff »Tianzhou 2« mit Treibstoff und Versorgungsgütern andocken. Auch bereiten sich drei Astronauten vor, an Bord von »Shenzhou 12« möglicherweise im Juni zu »Tianhe« zu fliegen. Die Bauphase erfordert einen gedrängten Flugplan: Insgesamt sind elf Flüge geplant – drei Flüge mit Modulen, vier Frachtmissionen und vier bemannte Raumflüge.

spiegel


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