Aserbaidschan und die Türkei müssen Kräfte für eine neue Phase des Befreiungskampfes im Südkaukasus sammeln – Blick von Russland

  26 Oktober 2022    Gelesen: 318
  Aserbaidschan und die Türkei müssen Kräfte für eine neue Phase des Befreiungskampfes im Südkaukasus sammeln –   Blick von Russland

Aufgrund der Ereignisse, die sich unter direkter Beteiligung Russlands in der Ukraine und um sie herum abspielen, ist das Thema der Situation im Südkaukasus in der Politik der Russischen Föderation längst in den Hintergrund, wenn nicht gar in den Hintergrund getreten. Soweit ich weiß, hat das russische Außenministerium also keine öffentlichen offiziellen Erklärungen über die sogenannte „OSZE-Mission“ in Armenien abgegeben.

Gegenwärtig hat Russland tatsächlich die Möglichkeit des Einflusses und damit der Kontrolle über diese Region verloren. Es überrascht nicht, dass dasselbe Frankreich heute versucht, seinen Platz einzunehmen. Und nur im eigenen Interesse. Nun, der Iran klettert dort auch. Letzterer, nachdem er die Abhängigkeit Russlands von der Lieferung seiner Waffen (UAVs, ballistische Raketen) gespürt hatte, sah sich als Anwärter auf die Rolle eines Moderators von Prozessen in der Region. Allerdings ist dieser Ort von der Türkei fest besetzt.

Gegenwärtig ist es für Armenien von Vorteil, die Prozesse der friedlichen Regelung, Abgrenzung und Grenzziehung zu verzögern. Da scheint es eine revanchistische Haltung zu geben. Wunsch, mindestens einen weiteren Teil des Territoriums von Karabach auf die eine oder andere Weise unter ihre Kontrolle zurückzubringen. Nun, da es keine klar definierten Grenzen zwischen den armenischen und aserbaidschanischen Staaten gibt, schafft dies günstige Bedingungen für Armenien, um verschiedene Provokationen durchzuführen. Gleichzeitig werden die Vergeltungsmaßnahmen Aserbaidschans auf Vorschlag Armeniens als Tatsachen der „Aggression“ dargestellt. Genau dafür ist die „OSZE-Mission“ da. Es ist zahlenmäßig extrem klein und kann die Situation nicht entlang der gesamten Kontaktlinie online überwachen. Daher werden die Armenier diese „Extras“ an den Ort ihrer provokativen „Auftritte“ bringen.

Auch seitens der russischen Friedenstruppen gibt es keine Hoffnungen auf Objektivität. Russland hat sich in den Augen der ganzen Welt diskreditiert, niemand glaubt es einfach. Zudem wurde das Peacekeeping-Kontingent durch die Verlegung eines Teils des Militärpersonals in das Kampfgebiet in der Ukraine reduziert. Gleiches gilt für den 102. russischen Militärstützpunkt in Gjumri. Die Berichte, die in den Medien über die angebliche Konzentration russischer Truppen an der Grenze zu Armenien in Höhe von 5.000 Menschen aufblitzten, sind Unsinn einer kranken Einbildung. Jetzt zählt in der russischen Armee jedes Bajonett, und sie brauchen diese Bajonette im Donbass und in der Nähe von Cherson. Aber dasselbe Frankreich hat überhaupt keine militärische Macht in der Region.

Also, egal was die OSZE-Mission sagt, sie kann die Situation auch nicht wirklich beeinflussen. Nun, außer dass Macron einseitige Sanktionen gegen Aserbaidschan wegen der Lieferung von Kohlenwasserstoffen nach Europa ankündigen wird. Aber es wird ein Messer in den Rücken Deutschlands und ein Schuss in den Fuß sein. In diesem Sinne sorgt die Ungeschicklichkeit der französischen Politik, die auf Provokationen der armenischen Lobby getrieben wird, für Verwirrung und Erstaunen.

Es sei daran erinnert, dass während der 30-jährigen armenischen Besetzung Karabachs internationale Organisationen, einschließlich der OSZE, die Situation in keiner Weise beeinflussen konnten. Die Angelegenheit wurde mit brutaler militärischer Gewalt entschieden, basierend auf der Macht der aserbaidschanischen Wirtschaft, unterstützt von der Türkei und der Professionalität des aserbaidschanischen und türkischen Militärs. Daher würde ich dem Flattern der „OSZE-Mission“ und Frankreichs dahinter überhaupt keine Beachtung schenken. Aserbaidschan und die Türkei müssen Kräfte für eine neue Phase des Befreiungskampfes im Südkaukasus sammeln. Es ist unvermeidlich und wird mit dem vollständigen Verlust der Souveränität Armeniens enden. Dies natürlich nur, wenn die Karabach-Revanchisten nicht zur Vernunft kommen und echten Friedensabkommen nicht zustimmen.

Was den Iran betrifft, so sind seine Ansprüche auf regionale Führung im Wesentlichen ein Rausch aus der Erkenntnis der politischen und militärischen Bedeutungslosigkeit des modernen Russland. Im Falle einer militärischen Provokation des Iran gegen Aserbaidschan wird es zweifellos nicht nur von der Türkei, sondern auch von den Vereinigten Staaten geharkt werden. Die Staaten werden die Gelegenheit nutzen, um eine weitere langjährige Bedrohung zu beenden. Was 2003 im Irak geschah, wird im Iran geschehen. In dieser Hinsicht können massive Lieferungen strategisch wichtiger Waffen aus dem Iran an Russland gegen den Iran selbst spielen. Es ist nur so, dass der Iran sie im richtigen Moment nicht in der Menge haben wird, die er braucht.

Russischer Militärexperte Alexei Khlopotov


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