Mercedes eröffnet Schumacher eine F1-Option

  11 November 2022    Gelesen: 792
  Mercedes eröffnet Schumacher eine F1-Option

Mick Schumacher wird auch an diesem Wochenende nicht erfahren, ob er kommende Saison im Haas-Cockpit sitzen wird. Die Entscheidung ist erneut vertagt, die Hoffnungen des 23-Jährigen dürften damit weiter schwinden. Aber womöglich öffnet sich eine andere, interessante Tür.

Der amerikanische Formel-1-Rennstall Haas setzt sein seltsames Zeitspiel mit Mick Schumacher fort. Auch an diesem Wochenende, beim Großen Preis von Brasilien, soll es keine Entscheidung darüber geben, ob der 23-Jährige sein Stammcockpit behalten darf und 2023 an der Seite seines dänischen Kollegen Kevin Magnussen in die Saison startet. Nach RTL/ntv-Informationen verdichten sich indes die Anzeichen, dass Schumachers Zeit bei Haas enden wird. Als möglicher Nachfolger gilt seit Wochen "Ruheständler" Nico Hülkenberg.

Das drohende Aus bei Haas muss allerdings nicht das Ende von Schumachers Zeit in der Motorsport-Königsklasse bedeuten. Wie das Magazin "auto, motor und sport" berichtet, könnte sich für den Deutschen im nächsten Jahr eine durchaus spannende Option auftun, er könnte als Ersatzfahrer bei Mercedes anheuern. RTL/ntv-Formel-1-Experte Felix Görner kann die Information bestätigen. Allerdings ist Schumacher vorerst von der Entscheidung eines Kollegen abhängig. So lautet die wichtigste Frage für den 23-Jährigen: Was macht Daniel Ricciardo?

Kehrt Ricciardo "heim"?

Auch der Australier verliert sein Stammcockpit bei McLaren. Auch er will seinen Königsklassentraum noch nicht begraben und ist mit seiner Erfahrung ein interessanter Mann als Testfahrer für die Top-Teams. Neben Mercedes soll er auch bei Red Bull im Gespräch sein - und die Heimkehr-Variante mit besten Aussichten bevorzugen. Denn beim aktuellen Dominator der Formel 1 ist unklar, wie lange der Mexikaner Sergio Perez noch am Steuer sitzen wird. Womöglich steigt er Ende 2023 aus, für Ricciardo wäre die Rückkehr als Stammfahrer dann möglich. Von 2012 bis 2018 stand er bereits bei den Bullen unter Vertrag, erst zwei Jahre im Toro Rosso und dann ab 2014 im "großen" Red-Bull-Boliden. Zweimal wurde er WM-Dritter. Gute Erinnerungen also.

Sollte es so kommen und sich der Australier nach Österreich orientieren, wäre der Weg für Schumacher zu den Silberpfeilen frei, zumal der Deutsche beim Red-Bull-Rennstall überhaupt nicht, nicht mal als Gedankenspiel, auf dem Radar ist, wie Teamberater Dr. Helmut Marko kürzlich im RTL/ntv-Interview durchblicken ließ. "Aufgrund der Vergangenheit seines Vaters Michael beim Mercedes-Team hat Mick einen guten Draht zu Toto Wolff (Anmerk. d. Red.: Teamchef von Mercedes). Beide kennen sich und wissen, was sie aneinander hätten", sagt Görner. Ein Wechsel zu den Silberpfeilen würde auch das Ende der Beziehungen zu Ferrari bedeuten. Über die Academy der Scuderia hatte sich Schumacher den Weg in die Königsklasse und zu Haas freigefahren.

Chancen tatsächlich noch "50:50"?

"Für Mick wäre das allerdings nur der Plan B und damit auch ein halber Karriereschritt zurück, so klar muss man das sagen", urteilt Görner. "Zwar wäre er auch gelegentlich an den Wochenenden vor Ort, aber die meiste Zeit würde er im Mercedes-Werk im englischen Brackley im Simulator verbringen und verschiedene Setups testen." Einen Vorteil hätte diese Variante für Schumacher gegenüber der Empfehlung von Formel-1-Legende Bernie Ecclestone, sich womöglich auch in anderen Serien umzuschauen: "Er bleibt als Testfahrer mit der Technik und all den Neuerungen vertraut." Wie es 2024 dann aber weitergehen könnte? Unklar. "Da sind zu viele Variablen, um eine Prognose zu wagen", sagt Görner. "Vorher wird alles nochmal neu gemischt."

Neben Mercedes beschäftigt sich dem "auto, motor und sport"-Bericht zufolge auch Alpine mit Schumacher. Der französische Rennstall sucht ebenfalls noch nach einem Ersatz-Piloten, der einspringen könnte, wenn einer der beiden Stamm-Piloten ausfällt. Zwar verfügt Alpine mit Jack Doohan schon über einen Reserve-Fahrer, der erst 19-Jährige soll sich aber zunächst voll und ganz auf die kommende Formel-2-Saison konzentrieren. Bevor sich Schumacher aber tatsächlich nach einem neuen Team umsieht, wird er alles daransetzen, seinen Platz bei Haas zu behalten. Teamchef Günther Steiner bezifferte die Chancen darauf erst vor wenigen Tagen im RTL/ntv-Interview nach wie vor auf "50:50". Eine Entscheidung kündigte der Südtiroler aber bereits an. "Wir werden bekannt geben, was wir tun, hoffentlich nächste Woche", sagte der Teamchef.

Quelle: ntv.de, tno/fgö


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