Corona-Variante KP.2 breitet sich rasch aus

  23 Mai 2024    Gelesen: 379
  Corona-Variante KP.2 breitet sich rasch aus

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verändert sich stetig weiter. Unter der Bezeichnung FLiRT fassen Forschende gleich mehrere Mutationen zusammen, die längst auch in Deutschland zirkulieren. Eine Virus-Variante sticht besonders heraus.

Eine neue Variante des Corona-Virus SARS-CoV-2 hat das Potenzial, in den nächsten Wochen zur dominierenden Variante weltweit zu werden. KP.2, so die Bezeichnung, könnte die dominierende Variante JN.1 ablösen. Das zeigen die Zahlen aus mehreren Ländern.

Für die USA meldet die nationale Gesundheitsbehörde CDC für die beiden Wochen bis zum 11. Mai 2024 einen nachgewiesenen KP.2-Anteil von 28,2 Prozent. In den beiden Wochen davor lag dieser Anteil noch bei 15,9 Prozent. Laut Robert-Koch-Institut erreicht der KP.2-Anteil in Deutschland den analysierten Stichproben aus der 18. Kalenderwoche (29.04. bis 05.05.) zufolge bereits 25 Prozent. In der Woche davor lag er noch bei 4,17 Prozent.

Auch in Großbritannien lag der Anteil der KP.2-Variante Ende April bereits bei 20 Prozent, wie ein japanisches Forschungsteam in einem Preprint bei Biorxiv schreibt. Das Team, das die virologischen Eigenschaften von KP.2 untersucht hat, fand auch heraus, dass die effektive Reproduktionszahl in den USA, im Vereinigten Königreich und in Kanada 1,22-, 1,32- beziehungsweise 1,26-mal höher lag als die von JN.1. Demnach habe KP.2 eine höhere virale Fitness als JN.1, schreibt das Forschungsteam um Yu Kaku. Als virale Fitness bezeichnet man die Fähigkeit eines Virus, sich zu vermehren. Ansonsten habe die Virus-Variante auch ein erhöhtes Immunfluchtpotenzial. Das bedeutet, dass sich auch zuvor erkrankte oder geimpfte Personen mit dem Virus infizieren können. Allerdings, so die Forschenden, sei die Infektiosität von KP.2 deutlich niedriger als die von JN.1.

Mehr Erkrankungen, keine Corona-Welle

Auch wenn zu KP.2 und allen anderen FLiRT-Varianten bisher nur wenige Daten vorliegen, gehen Fachleute derzeit davon aus, dass die Varianten nicht zu einer neuen Corona-Welle weltweit führen werden. "Covid wird nicht verschwinden, aber ich glaube nicht, dass eine erhebliche kurzfristige Bedrohung durch die aufkommenden FLiRT-Varianten besteht", schreibt der US-amerikanische Mediziner und Vizepräsident der kalifornischen Forschungseinrichtung Scripps Research in La Jolla, Eric Topol in einem "Covid-Update" dazu. Dennoch würden die FLiRT-Varianten zu einem Anstieg der Covid-Fälle führen.

Alle Coronavirus-Abkömmlinge, die unter dem Begriff FLiRT zusammengefasst wurden, sind entfernte Verwandte von Omikron und aus der Variante JN.1 hervorgegangen. Entdeckt und analysiert wurden sie durch das Monitoring des Abwassers in den USA.

Die Bezeichnung FLiRT ist von zwei charakteristischen Mutationen namens F456L und R346T abgeleitet, die für die neue Variante kennzeichnend sind: Die beiden Mutationen befinden sich im Spike-Protein des Coronavirus. Konkret weist die neue Variante an der Aminosäuren-Position 456 anstatt eines F-Segments ein L auf, und an Position 346 ein R anstelle eines T-Segments. Die namensgebenden Mutationen seien schon länger bekannt, betont Topol. Die FLiRT-Variante stelle somit keine wirkliche Herausforderung für den Immunschutz der Bevölkerung dar, heißt es. Auch die WHO schätzt das Risiko, das von KP.2 ausgeht, als gering ein.

Unklar ist bisher noch, ob eine Infektion mit einer der FLiRT-Varianten auch zu neuen Covid-Symptomen führen kann. Denkbar ist aber, dass FLiRT-infizierte Personen unabhängig vom Impfstatus die bereits bekannten Krankheitszeichen einer Corona-Infektion wie Atembeschwerden, Husten, Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schnupfen, Müdigkeit und allgemeine Schwäche entwickeln.

Quelle: ntv.de, jaz


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