Trump verharmlost Anschuldigungen gegen Kavanaugh

  22 September 2018    Gelesen: 474
Trump verharmlost Anschuldigungen gegen Kavanaugh

Der US-Präsident hat seinen Kandidaten für den Supreme Court in Schutz genommen. Die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung stammen von "radikalen" linken Anwälten und Politikern, twitterte Trump.

In einer Reihe von Tweets hat US-Präsident Donald Trump die Anschuldigungen der Professorin Christine Blasey Ford in Frage gestellt. Wenn der angebliche Angriff von Brett Kavanaugh "so schlimm war, wie sie behauptet, hätten sie oder ihre liebenden Eltern sofort Anklage bei den lokalen Strafverfolgungsbehörden eingereicht".

Hintergrund sind schwere Vorwürfe gegen Trumps Kandidaten für den freien Posten am Obersten Gerichtshof der USA, Brett Kavanaugh: Ford bezichtigt Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung bei einer Party vor 36 Jahren. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe der Frau.

Via Twitter wetterte der Präsident nicht nur gegen Ford, sondern auch gegen Senatorin Dianne Feinstein und die Demokraten. Sie alle hätten zu lange gewartet, den Brief mit den Vorwürfen gegen Kavanaugh zu veröffentlichen.

Die Behauptungen würden von "radikalen" linken Anwälten und Politikern stammen, twitterte der US-Präsident und fragte, warum vor 36 Jahren niemand das FBI anrief. Er rief dazu auf, den Prozess abzuschließen und schrieb: "Lasst sie aussagen oder nicht, und gebt die Stimme ab!"

Anhörung am Montag

Die Vorwürfe hatten die Nominierung Kavanaughs für den Obersten Gerichtshof ins Stocken gebracht. Ursprünglich sollte der Jurist an diesem Donnerstag in dem neuen Amt am Supreme Court bestätigt werden. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen fordern Politiker beider Parteien jedoch Aufklärung. Für Montag ist eine Anhörung zu dem Fall angesetzt. Zu dieser Sitzung wird Ford jedoch voraussichtlich nicht erscheinen.

Über ihre Anwälte ließ sie erklären, sie wolle grundsätzlich mit den Senatoren kooperieren. Sie stehe aber nicht so kurzfristig für eine Befragung zur Verfügung, bei der nur sie und Kavanaugh gehört würden. Ford zieht es vor, dass zunächst das FBI den Fall untersuchen solle und auch mögliche Zeugen gehört werden. Bislang hat die Professorin aus Kalifornien lediglich schriftlich und in Interviews über ihre mutmaßlichen Erlebnisse berichtet.

Für Präsident Donald Trump kommt die Affäre denkbar ungelegen, in sieben Wochen wählen die Amerikaner einen neuen Kongress. (Lesen Sie hier mehr über die bevorstehenden US-Wahlen.) Die Nominierung Kavanaughs hatte bereits eine Abtreibungsdebatte ausgelöst, die zusammen mit dem Ausgang des neuen Streits insbesondere weibliche Wähler beeinflussen könnte.

spiegel


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