Chinas „Östlicher Sturmwind“: Die USS Harry Truman sinkt garantiert

  16 Oktober 2018    Gelesen: 517
Chinas „Östlicher Sturmwind“: Die USS Harry Truman sinkt garantiert

Chinas Streitkräfte setzen zur Bekämpfung von Seezielen die weltweit einzige ballistische Antischiffsrakete ein: die DF-21D (CSS-5). Selbst US-Experten werten den Flugkörper als echte Bedrohung für die Dominanz der US-Flotte in asiatischen Gewässern.

Einfach mal einen Flugzeugträgerverband in die Taiwanstraße zu schicken, wird für die US Navy noch schwieriger. Der Grund dafür ist die besagte Seezielrakete mit dem Codenamen „Dongfeng“-21D („Östlicher Sturmwind“). Mit bis zu zehnfachem Schalltempo stürzt sich der Flugkörper auf sein Ziel. Erreicht wird die Hyperschallgeschwindigkeit durch die ballistische Flugbahn und den zusätzlichen Schub beim Zielanflug.

Seit diesem Jahrzehnt wird die DF-21Din Serie produziert. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis in die Mitte der Achtzigerjahre zurück. Damals wurden die Tests der Mittelstreckenrakete DF-21 mit Feststoffantrieb erfolgreich abgeschlossen. Der bodengestützte Flugkörper war in seiner ersten Ausführung zur Bekämpfung von Bodenzielen gedacht.

Es folgten die Varianten DF-21A und DF-21B, jeweils mit einer Reichweite von 2.700 Kilometern. Aufgrund zu geringer Treffergenauigkeit waren die Raketen nur mit einem 300-Kilotonnen-starken atomaren Gefechtskopf wirkungsvoll einzusetzen.

Erst die DF-21C konnte auch mit einem konventionellen Gefechtskopf eingesetzt werden, denn dank eines verbesserten Feuerleitsystems konnte die Zielabweichung dieser „Dongfeng“-Variante auf 30 Meter reduziert werden.

Die Reichweite der heutigen DF-21D beträgt circa 1.500 Kilometer – eine geschätzte Zahl, denn genaue Angaben zu dieser Rakete hält das chinesische Militär geheim. Die Verringerung des Einsatzradius im Vergleich zu Vorgängerversionen geht darauf zurück, dass ein Teil des Treibstoffvorrats einem weiterentwickelten Steuerungssystem gewichen ist.

Dafür kann die DF-21D auch fahrende Seeziele ansteuern: Flugzeugträger und die Begleitschiffe des Verbands etwa. Dass die Strategen im Pentagon das als Bedrohung wahrnehmen, wird aus den Erklärungen einiger US-Generäle deutlich.

Ranghohe Vertreter der US-Militärführung erklärten bereits, die Flugzeuge der US Navy könnten keine Angriffe im Inneren des chinesischen Gebiets fliegen, weil die amerikanischen Flugzeugträger nicht näher als 1.500 Kilometer an die chinesische Küste heranfahren könnten. Dass diese Zahl der Reichweite der DF-21D entspricht, ist sicherlich kein Zufall.

Das Steuerungssystem der „Dongfeng“ funktioniert auf drei Kanälen. Im frühen Flugabschnitt wird die Rakete inertial ins Ziel geführt. Auch übernehmen Satelliten die Navigation. Dann, im Zielanflug, wenn der Gefechtskopf sich von der Rakete trennt, steuert ein autonomer Zielsuchkopf den Flugkörper ins Zielobjekt.

Ein Kommunikations- und Navigationsnetz für den Einsatz der DF-21D und anderer künftiger Raketen baut die Volksrepublik seit der Mitte der 2000er-Jahre konsequent auf. Inzwischen überwacht ein chinesischer Satellitenverband namens „Yaogan“ die Erdoberfläche einschließlich der Ozeane.

Die Satelliten setzen Radartechnik, Optronik und Funk zur Lageaufklärung ein. Der Verband identifiziert Gefahren frühzeitig, verfolgt die Bewegung von Schiffen und kann im Einsatzfall Zielkoordinaten an die Antischiffsraketen weiterleiten.

Das besonders Gefährliche an der DF-21D ist deren Flugbahn: Die Rakete stürzt sich nahezu steil auf das Ziel herunter. Angesichts der enormen Hyperschallgeschwindigkeit, die der Flugkörper dabei erreicht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Schiff beim Einschlag versenkt wird.   

Über die Auslegung der „Dongfeng“-Rakete ist indes wenig bekannt. Man kann nur annehmen, dass die Ingenieure bei der Entwicklung Tarnkappentechnologien angewandt haben. Das müsste jedenfalls möglich sein, schließlich entwickeln die Chinesen derzeit auch einen Stealth-Jet.

Und zum Schutz der ballistischen Raketen am Boden hat das chinesische Militär inzwischen russische Flugabwehrsysteme S-400und Luftüberlegenheitsjäger Su-35 beschafft. Der Kauf dient vor allem dazu, die „Dongfeng“-Raketen vor feindlichen Luftangriffen zu schützen, sagen Experten.

Insofern dürften nicht nur Angriffe in Chinas Landesinnerem für die US Navy unmöglich sein – auch bei Attacken gegen Einrichtungen an der chinesischen Küste würde ein amerikanischer Flugzeugträgerverband auf massive Hürden stoßen. Selbst US-Experten werten den Flugkörper als echte Bedrohung für die Dominanz der US-Flotte in asiatischen Gewässern.

sputniknews


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