Keine Entspannung an Aktienmärkten in Sicht

  17 Februar 2019    Gelesen: 532
Keine Entspannung an Aktienmärkten in Sicht

Für Aktienbesitzer bleiben die Zeiten weiter ungemütlich. In der neuen Woche geben reichlich Konjunkturdaten Hinweise auf die Wirtschaftslage. Zudem öffnen in Deutschland etliche Dax-Unternehmen ihre Bücher.

Von Frühlingsgefühlen ist an der Börse noch nichts zu spüren: Handelsstreit, Konjunktursorgen und Bilanzzahlen dominieren nach Ansicht von Experten auch in der neuen Woche das Geschehen am Aktienmarkt. "Während die Berichterstattungssaison in Europa noch in vollem Gange ist, bleibt der Dax sicher hoch volatil", sagt Chef-Aktienhändler Stefan De Schutter vom Handelshaus Alpha Trading.

Für den deutschen Leitindex wird es vor allem darum gehen, die Marke von 11.000 Punkten zu verteidigen. In den vergangenen Tagen schwankte der Auswahlindex kräftig hin und her, auf Wochensicht gewann er 3,6 Prozent.

Eines der größten Risiken für die Börse ist nach Ansicht der Analysten der schwelende Handelsstreit zwischen China und den USA. Die Gespräche sollen in der neuen Woche in Washington fortgesetzt werden. US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, zum 2. März weitere US-Zölle auf Waren aus China festzulegen, sollte es bis dahin keine Einigung geben.

Am Freitag stellte Trump eine Fristverlängerung in Aussicht. Die Verhandlungen seien kompliziert, liefen aber extrem gut. "Gerade der US-Präsident wird sich schwer damit tun, das Thema endgültig eskalieren zu lassen", sagt Chefanalyst Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. "Trotz seiner in der Vergangenheit mitunter markigen Worte, werden ihm die Folgen für die Unternehmen im eigenen Land sehr wohl bewusst sein, wenn die Situation außer Kontrolle gerät." Erstmals hatte Trump Anfang 2018 Schutzzölle für in die USA importierte Solaranlagen und Waschmaschinen verhängt, um die Unternehmen seines Landes zu stärken.

Wie es um die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten bestellt ist, zeigen am Donnerstag die Auftragseingänge für langlebige Güter für Dezember sowie die Indikatoren für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Einen Tag zuvor werden die Protokolle der Januar-Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed veröffentlicht.

ZEW und Ifo liefern Daten


Von größerem Interesse dürften aber die Frühindikatoren für die Wirtschaft in der Eurozone sein. So berichtet am Dienstag das ZEW-Institut über die Konjunkturerwartungen in Deutschland, drei Tage später steht mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex ein Highlight an. Experten gehen von einem weiteren Rückgang aus.

"Bei den Geschäftserwartungen dürfte sich die Abwärtsbewegung etwas verlangsamen, die Lageeinschätzung könnte dagegen etwas stärker unter Druck geraten", sagt DZ-Bank-Analyst Michael Holstein. Die für Donnerstag erwarteten Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone werden nach Einschätzung von Experten erneut knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegen.

Beim Dauerbrenner-Thema Brexit dürften Investoren jegliche Wendungen genau unter die Lupe nehmen. Sechs Wochen vor dem eigentlichen Brexit-Termin sei das Land von einer Lösung noch weit entfernt, sagt Volkswirt Peter Dixon von der Commerzbank. "Entsprechend steigt das Risiko eines ungeordneten Brexit, auch wenn wir ihn nicht weiter als das wahrscheinlichste Szenario ansehen." Ende Februar will das britische Parlament über neue Änderungsvorschläge für den Brexit-Vertrag abstimmen. Der Ausstieg aus der EU ist für den 29. März geplant.

Die Commerzbank-Experten empfehlen Pfund-Anlegern, sich gegen einen möglichen Brexit ohne konkrete Klauseln abzusichern. Denn solle es dazu kommen, werde die britische Währung in die Knie gehen. Auf der anderen Seite könne sich das Pfund schnell wieder erholen, wenn klar werde, dass Übergangsregelungen in Kraft träten und das Land nicht im Meer versinke. Derzeit kostet ein Pfund 1,28 Dollar.

An der Unternehmensfront wird es ab Mittwoch spannend, wenn die Dax-Konzerne Fresenius und Fresenius Medical Care ihre Geschäftsergebnisse des vergangenen Quartals vorlegen. Am Donnerstag folgen unter anderem die Deutsche Telekom, Henkel und Hochtief. Am Freitag werden die Geschäftszahlen von Volkswagen erwartet. Am selben Tag stellen die Autobauer Daimler und BMW in Berlin ihr Gemeinschaftsunternehmen für Carsharing und andere Mobilitätsdienste vor.


Quelle: n-tv.de


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