Busse bleiben leer - Rohingya-Flüchtlinge verweigern Rückkehr

  23 Auqust 2019    Gelesen: 469
Busse bleiben leer - Rohingya-Flüchtlinge verweigern Rückkehr

3500 der über 740.000 geflohenen Rohingya sollten von Bangladesch nach Myanmar zurückkehren. Doch weil ihnen dort laut Uno sexuelle Gewalt droht, scheiterte die geplante Rückführung.

Die Rückkehr von rund 3500 Flüchtlingen der Rohingya-Minderheit von Bangladesch nach Myanmar ist vorerst geplatzt. "Die Menschen werden nicht in ihre Dörfer zurückkehren", sagte die Uno-Ermittlerin Radhika Coomaraswamy in New York.

Die Behörden in Bangladesch und Myanmar hatten geplant, die Rohingya in ihre Heimat zurückzuführen und stellten dafür am Donnerstag fünf Busse und zehn Lastwagen bereit. Doch niemand soll das Angebot angenommen haben. Die Menschen hätten sich geweigert, Bangladesch ohne Sicherheitsgarantien zu verlassen, erklärte ein Sprecher der Rohingya. Zudem hätten sie eine Zusage der Regierung verlangt, ihnen die Staatsbürgerschaft von Myanmar zu gewähren.

Den Menschen drohe sexuelle Gewalt durch Myanmars Militär, sagte Coomaraswamy. Aus einem veröffentlichten Uno-Bericht geht hervor, dass Myanmars Soldaten "routinemäßig und systematisch" Frauen, Mädchen, Jungen, Männer und Transgender vergewaltigt und sexuell missbraucht haben.

Völkermord gegen Rohingya

Bei den Taten handele es sich zum Teil um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, heißt es in dem Bericht. Die Ermittler forderten, dass das Militär aufhören müsse, sexuelle Gewalt einzusetzen, um "Minderheiten zu terrorisieren und zu bestrafen". Für den Bericht seien demnach Hunderte Überlebende und Zeugen von sexuellem Missbrauch in den nördlichen Bundesstaaten Kachin und Shan sowie im westlichen Staat Rakhine befragt worden.

Anfang August hatte die Uno bereits härtere Sanktionen gegen das mächtige Militär in Myanmar gefordert. Internationale Regierungen und Firmen müssten ihre Verbindungen zu Unternehmen abbrechen, die unter der Kontrolle der Armee stehen.

Die muslimischen Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben. Mehr als 740.000 Rohingya flohen ins Nachbarland Bangladesch, wo schon zuvor 200.000 Rohingya gelebt hatten.

spiegel


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