Dyson beerdigt Elektroautoprojekt

  11 Oktober 2019    Gelesen: 381
Dyson beerdigt Elektroautoprojekt

Völlig überraschend will der britische Staubsaugerhersteller nun doch keine Elektroautos mehr auf den Markt bringen. Konzernchef, Erfinder und Designer James Dyson schwärmt zwar von dem Modell aus der eigenen Elektroschmiede. Aber das größte Manko von E-Autos konnte offenbar auch er nicht lösen.

Der Hausgeräte-Spezialist Dyson gibt seine ambitionierten Pläne für den Einstieg ins Geschäft mit Elektroautos auf. "Unser Automotive-Team hat in den letzten Jahren ein fantastisches Elektroauto entwickelt, allerdings sehen wir aufgrund der aktuellen Situation im Bereich Automotive keine Möglichkeit, das Produkt kommerziell gewinnbringend zu vertreiben", erklärte Dyson. Das Autoprojekt werde deshalb eingestellt.


Dyson, bekannt vor allem für seine beutellosen Staubsauger, hatte 2017 angekündigt, ein Elektrofahrzeug entwickeln zu wollen. Rund 2,5 Milliarden britische Pfund (umgerechnet 2,8 Milliarden Euro) sollen dafür investiert werden. Noch im Mai hatte Firmengründer James Dyson versichert, man liege beim anvisierten Marktstart zum Jahr 2021 weitgehend im Plan und habe die Kosten im Griff.

Die britische Firma hatte zuletzt auch mit dem Plan für Schlagzeilen gesorgt, ihren offiziellen Sitz nach Singapur verlagern zu wollen, um dort die neuen Fahrzeuge zu bauen. In Großbritannien stieß der Plan auf Kritik, weil James Dyson sich zuvor als lautstarker Brexit-Befürworter hervorgetan hatte.

Kein Käufer in Sicht


In einer E-Mail an die Mitarbeiter betonte Dyson nun, die Aufgabe der Autopläne sei "weder auf Mängel beim Produkt noch auf ein Versagen des Entwicklungsteams zurückzuführen". Dyson habe auch versucht, einen Käufer für das Projekt zu finden - "was allerdings bisher leider erfolglos geblieben ist". Die Firma werde aber von der für das Auto entwickelten Batterietechnologie profitieren.  Wie viel der Konzern bis dato in das Projekt gesteckt hat, teilte er nicht mit.

Für die rund 500 Angestellten in der Automobil-Sparte sollen den Angaben zufolge neue Aufgaben im Unternehmen gefunden werden. Hierfür gebe es genug offene Stellen, beschwichtigte der Konzernchef. "Dies ist nicht das erste Projekt, das die Richtung geändert hat, und es wird nicht das letzte sein."

Der Plan, im Alleingang ein Elektroauto zu bauen, stand von vornherein unter einem schlechten Stern. Alle großen Hersteller haben sich auf das Geschäft mit Elektroautos gestürzt und wollen ihre Modelle in den kommenden Jahren auf den Markt bringen. Gleichzeitig ächzen aber auch alle unter den hohen Investitionen. Selbst der Elektroauto-Pionier Tesla tut sich damit schwer, profitabel zu wirtschaften.

Am härtesten trifft die Entscheidung den Wirtschaftsstandort Singapur. Der Stadtstaat hatte große Hoffnungen an Dysons Elektro-Projekt geknüpft. Die herstellende Industrie schrumpft. Singapur wirbt deshalb um Firmen, die beim Leuchtturm-Projekt "Industrie 4.0" helfen sollen. Die Wirtschaftsförderungsbehörde (EDB) setzt nun darauf, dass wenigstens Dysons Batterietechnologie eine Zukunft in Singapur hat.


Quelle: n-tv.de


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