Wegen Protesten: Wieder Verkehrskollaps in Hongkong - Polizei setzt Tränengas ein

  12 November 2019    Gelesen: 814
Wegen Protesten: Wieder Verkehrskollaps in Hongkong - Polizei setzt Tränengas ein

In Hongkong ist es am Dienstagmorgen laut örtlichen Medienberichten wieder zu einem Verkehrskollaps gekommen, da Anti-Regierungs-Demonstranten den Verkehr in der Stadt lahmgelegt haben. Leute gehen zu Fuß zur Arbeit, da die größten U-Bahn-Stationen geschlossen werden mussten. Erst am Montag hatten Protestler versucht, den Verkehr zu blockieren.

Wie aus einer Mitteilung des U-Bahn-Betreibers folgt, wurden wegen der Zuspitzung der Situation die U-Bahn-Stationen „Prince Edward" und „Mong Kok“ abgeriegelt. Die Züge würden an diesen Stationen nicht anhalten.

Zudem warnte der Betreiber, dass auch andere Stationen jederzeit aus Sicherheitsgründen geschlossen werden könnten.

Nach Angaben lokaler Medien hatten die Protestierenden verhindert, dass die Zugtüren schließen, was bereits Konflikte mit Passagieren mit sich brachte.

Ein Mann soll nach einem Streit in der U-Bahn mit Bluthochdruck auf einer Tragbahre herausgebracht werden sein. Einige Fahrgäste seien gezwungen gewesen, zu Fuß zur Arbeit zu gehen, weil auch viele Straßen abgeriegelt worden seien.

​Indes ging die Polizei mi Tränengas gegen die Demonstranten vor, die sich vor dem Universitätscampus versammelt hatten. Nach Polizeiangaben warfen die Aktionsteilnehmer Steine und andere Gegenstände von einer Brücke auf die Erde.

Einige radikal gestimmte Protestler hätten Barrikaden aus Steinen, Holzplatten und Eisenstangen errichtet und dadurch den Verkehr behindert.

Am Montag hatten Randalierer in Hongkong einen Mann mit entflammbarer Flüssigkeit übergossen und in Brand gesetzt. Der Mann war mit Protestlern in Streit geraten, woraufhin einer von ihnen ihn mit brennbarer Flüssigkeit bespritzte und anzündete. Zudem habe ein Polizist einen jungen Demonstranten angeschossen, als er versucht habe, die Pistole des Polizisten an sich zu reißen.

Ausbruch der Anti-Regierungsproteste

Seit dem Ausbruch der Anti-Regierungsproteste vor mehr als fünf Monaten war es das dritte Mal, dass ein Demonstrant von der Polizei angeschossen wurde. Der Vorfall am Montag ereignete sich inmitten einer Welle neuer Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Protestierenden blockierten an mehreren Orten in der Stadt Straßen, legten Feuer und warfen Pflastersteine. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Mehrere Universitäten strichen am Montag den Unterricht. Auch der Nahverkehr wurde eingeschränkt. Die Proteste brachen erneut nach dem Tod eines Studenten am Freitag aus. Der 22-Jährige war seinen schweren Verletzungen erlegen, nachdem er vergangene Woche am Rande von Protesten von einem Parkhaus gestürzt war.

ns/ae/sna 


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