Sohn von Donald Trump erlegt vom Aussterben bedrohten Bock in der Mongolei

  12 Dezember 2019    Gelesen: 1801
Sohn von Donald Trump erlegt vom Aussterben bedrohten Bock in der Mongolei

Donald Trump Junior gilt als großer Fan der Großwildjagd. Nun soll der Sohn des US-Präsidenten in der Mongolei eine gefährdete Spezies getötet haben - die Abschussgenehmigung besorgte er sich demnach erst im Nachhinein.

Argalis sind die größten freilebenden Schafe der Welt und bekannt für ihre riesigen, gebogenen Hörner, die bis zu einem Meter lang werden können. Weil ihre Population in den vergangenen Jahren rapide geschrumpft ist, stehen die Tiere in der Mongolei unter besonderem Schutz, einige bezeichnen sie gar als "nationalen Schatz".

Donald Trump Junior, der älteste Sohn des US-Präsidenten, soll sich jedoch über die Schutzbestimmungen hinweggesetzt und eines der Schafe im Sommer bei einer Jagd erlegt haben. Dies berichtet die Rechercheplattform "ProPublica" und beruft sich dabei auf lokale Quellen.

Demnach hat sich Trump Junior die für den Abschuss benötigte Genehmigung aber erst nachträglich besorgt. Kurz nachdem er diese bekommen hat, traf er sich mit dem Präsidenten der Mongolei, Chaltmaagiin Battulga - vermutlich als Gegenleistung für die Abschusslizenz, die nur äußert selten vergebenen wird. Nach den Recherchen soll Trump Junior nur eine von drei überhaupt erteilten Jagdgenehmigungen für das Gebiet bekommen haben. Laut "ProPublica" entscheiden Geld, Beziehungen und Politik darüber, wer eine Abschussgenehmigung für die begehrten Trophäen bekommt.

"Trump Junior erschoss das Argali in der Nacht"

"Trump Junior erschoss das Argali in der Nacht", sagte einer der Guides, der den Präsidenten-Sohn bei der Reise begleitete zu ProPublica. "Er hat die örtlichen Jagdführer daran gehindert, das Tier noch an Ort und Stelle zu zerlegen und sie stattdessen angewiesen, den Kadaver auf einem Aluminiumblech abzutransportieren, um das Horn und das Fell nicht zu beschädigen." Trump Junior ist bekannt für seine Trophäenjagd. Bei der Reise in die Mongolei soll er auch einen Hirsch geschossen haben.

Die Einfuhr von Jagdtrophäen in die USA ist seit Jahren umstritten. Laut einem Beschluss aus der Präsidentschaftszeit von Barack Obama dürfen Trophäen aus afrikanischen Ländern nur in die USA eingeführt werden, wenn der Besitzer nachweist, dass der Tod des Tieres der Erhaltung der Art langfristig nützt.

Donald Trump hob die Bestimmung 2017 zunächst auf, aber zweifelte seine Entscheidung nur wenige Tag später wieder an. "Habe die Entscheidung zu Großwildtrophäen auf Eis gelegt, bis ich alle Naturschutzfakten studiert habe", schrieb Trump damals bei Twitter. Er habe große Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wie "diese Horrorshow irgendwie zum Schutz von Elefanten oder anderen Tieren" beitragen solle.

Am Ende entschied er sich, die Einfuhr mit einer Sondergenehmigung zu erlauben. Ein Gericht prüft die Vorgehensweise jedoch gerade.

spiegel


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