Studie - Deutsche Start-ups erhalten so viel Geld wie nie - Berlin vorn

  14 Januar 2020    Gelesen: 462
Studie - Deutsche Start-ups erhalten so viel Geld wie nie - Berlin vorn

Berlin (Reuters) - Die deutschen Start-up-Unternehmen haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr so viel frisches Kapital eingesammelt wie noch nie.

Insgesamt erhielten sie 6,2 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft EY am Dienstag mitteilte. Das seien 36 Prozent mehr als 2018. Die Zahl der Finanzierungsrunden erhöhte sich um 13 Prozent auf 704. “Der Finanzierungsboom hält also unvermindert an”, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von EY Deutschland, Hubert Barth. “Erneut sorgten vor allem einige sehr große Deals vornehmlich ausländischer Geldgeber für den Investitionsrekord.”

Der Löwenanteil des investierten Kapitals floss wieder nach Berlin: Jungunternehmen aus der Hauptstadt erhielten bei 262 Finanzierungsrunden insgesamt 3,7 Milliarden Euro und damit 41 Prozent mehr als 2018. Noch stärker legten den Angaben zufolge die Investitionen in Bayern zu, und zwar um 93 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Dafür habe vor allem der Mobilitätsanbieter FlixMobility gesorgt, der geschätzt 500 Millionen Euro erhalten haben soll. In Nordrhein-Westfalen gab es eine Zunahme von zehn Prozent auf 268 Millionen Euro, während sich in Baden-Württemberg das Investitionsvolumen auf 209 Millionen Euro fast verdreifachte. Sinkende Zuflüsse verzeichneten hingegen die Standorte Hamburg (-54 Prozent auf 254 Millionen Euro) und Hessen (-44 Prozent auf 73 Millionen Euro).

“Es ist sehr viel und ausreichend Liquidität im Markt – mit weiterhin stark ansteigender Tendenz”, sagte EY-Partner Peter Lennartz. “Finanzstarke und überwiegend international tätige Investoren aus den USA, Großbritannien sowie Asien sind insbesondere an sehr großen Transaktionen interessiert, auch weil die Bewertungen in Europa im Vergleich zum Silicon Valley noch relativ günstig sind.” Aber auch deutsche Risikokapitalgeber würden intensives Fundraising und neue Fonds auflegen.

Das meiste Geld floss den Angaben zufolge mit 1,6 Milliarden Euro an junge Mobilitätsanbieter – vor allem aufgrund der beiden großen Finanzierungsrunden für FlixMobility und GetYourGuide. Im Branchenranking folgen FinTechs und Software-Unternehmen mit 1,3 und 1,2 Milliarden Euro auf den Plätzen zwei und drei. E-Commerce liegt dahinter mit 730 Millionen Euro auf Rang vier.


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