Hochtief-Tochter Cimic zieht sich aus Mittlerem Osten zurück

  23 Januar 2020    Gelesen: 442
Hochtief-Tochter Cimic zieht sich aus Mittlerem Osten zurück

Düsseldorf (Reuters) - Die australische Hochtief-Tochter Cimic zieht sich aus dem Mittleren Osten zurück und trennt sich dazu von ihrer Minderheitsbeteiligung an der Baugesellschaft BIC Contracting (BICC) in Dubai.

Das führt zu finanziellen Belastungen bei Cimic, die auch auf den Essener Hochtief-Konzern durchschlagen. Dieser betonte indes, der operative Konzerngewinn für 2019 werde mit rund 660 Millionen Euro im Einklang mit den Zielen für das vergangene Jahr liegen, die einen operativen Gewinn zwischen 640 und 680 Millionen Euro vorsahen. Die Hochtief-Aktionäre sollen zudem eine erhöhte Dividende erhalten: Diese solle für 2019 um rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,80 Euro pro Aktie steigen.

Cimic war 2007 in das Geschäft in der Region eingestiegen. Die Geschäfte dort liefen indes nicht rund, die Australier mussten Geld nachschießen. Nun zogen sie die Reißleine: “Nach einer gründlichen Bewertung aller verfügbaren Optionen hat Cimic beschlossen, sich aus der Region Mittlerer Osten zurückzuziehen”, erklärte Cimic. Hintergrund sei eine rapide Verschlechterung der Marktbedingungen in der Region. Diese wird etwa durch den Konflikt zwischen Iran und den USA und den damit verbundenen auch wirtschaftlichen Unsicherheiten belastet. Cimic wolle seinen Minderheitsanteil von 45 Prozent an BICC verkaufen, Gespräche liefen bereits. Die Australier bewerteten ihre Beteiligung deshalb auch neu und müssen eine hohe Summe abschreiben. Cimic werde eine einmalige Ergebnisbelastung nach Steuern in Höhe von etwa 1,1 Milliarden Euro in seinem Jahresabschluss 2019 ausweisen. Dieser Betrag entspreche dem gesamten finanziellen Risiko im Zusammenhang mit BICC. Cimic werde auch keine finale Dividende für 2019 festsetzen. Auch Hochtief wird belastet. Der Essener Konzern werde in seinem Abschluss für 2019 eine einmalige Ergebnisbelastung nach Steuern und Minderheiten in Höhe von etwa 800 Millionen Euro ausweisen, hieß es.


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