Minsk beklagt Vereinigungsdruck von Putin

  15 Februar 2020    Gelesen: 463
  Minsk beklagt Vereinigungsdruck von Putin

Seit Monaten drängt Kremlchef Putin Weißrussland zu einer stärkeren Integration. Minsk bezichtigt nun Moskau des wirtschaftlichen Drucks. Angeblich will Russland auf diese Art und Weise eine Vereinigung beider Länder erzwingen. Ist das Teil von Putins Plan, um an der Macht zu bleiben?

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland vorgeworfen, mit wirtschaftlichem Druck eine Vereinigung der beiden Länder erzwingen zu wollen. Der Kreml habe angedeutet, dass sich Weißrussland Russland anschließen müsse "als Gegenleistung für einheitliche Energiepreise", erklärte der autoritär herrschende Präsident nach Angaben seines Büros in Minsk. Er sei "überzeugt, dass weder die Russen noch die Weißrussen diesen Weg jemals einschlagen wollen".

Russland ist der engste Verbündete Weißrusslands. Die beiden Länder unterhalten enge Handelsbeziehungen und arbeiten in Verteidigungsfragen zusammen. In den vergangenen Monaten hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Weißrussland zu einer stärkeren Integration gedrängt.

Während Lukaschenko engere Beziehungen zu Moskau begrüßt, lehnt er eine Vereinigung beider Länder ab. Die Frage, ob Weißrussland ein Teil von Russland werden soll, würden "120 Prozent" mit "nein" beantworten, sagte Lukaschenko laut dem Nachrichtenportal "Tut.by" bei einem Treffen mit Mitarbeitern einer Zellstoff- und Papierfabrik in Swetlahorsk.

Plant Putin seinen Machterhalt?

mmer wieder kommt es zwischen den Nachbarstaaten zu Konflikten, insbesondere beim Thema Energie. Bis vor kurzem bezog Weißrussland sein gesamtes Öl zum Vorzugspreis aus Russland. Anfang des Jahres setzte Russland seine Öllieferungen jedoch aus, da sich die beiden Staaten trotz zahlreicher Verhandlungen nicht auf ein neues Abkommen einigen konnten.

Die Öllieferungen sind sehr wichtig für Weißrussland. Das Land importiert jährlich rund 24 Millionen Tonnen Öl aus Russland. Sechs Millionen Tonnen sind für den Eigenbedarf, der Rest fließt durch Pipelines vor allem nach Europa weiter - für die schwächelnde Wirtschaft des Landes eine wichtige Einnahmequelle.

Beobachter vermuten, dass Putin nach neuen Wegen sucht, um an der Macht zu bleiben. Laut russischer Verfassung darf er 2024 nicht erneut als Präsident kandidieren. Würde Weißrussland jedoch in Russland eingegliedert, könnte er Oberhaupt dieses neuen Staates werden.

ntv


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