Polizei fasst berüchtigtes Mafia-Trio

  18 Februar 2020    Gelesen: 418
Polizei fasst berüchtigtes Mafia-Trio

Sie stehen seit Jahrzehnten unter Verdacht, schwere Straftaten begangen zu haben: Einsatzkräfte haben im Süden Italiens drei Brüder des bekannten Scotto-Clans festgenommen.

Die italienische Polizei hat bei einem Schlag gegen das organisierte Verbrechen in Sizilien mehrere Mitglieder einer bekannten Mafia-Familie festgenommen. Medienberichten zufolge wurden drei Brüder des Scotto-Clans bei einer größeren Razzia in Palermo gefasst.

Bei einem der Festgenommenen handelt es sich demnach um den vorbestraften Gaetano Scotto, der im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Mafiajäger und Juristen Paolo Borsellino von 1992 in Verdacht geraten war.

Hunderte Festnahmen - an einem Tag
Die Ermittler werfen ihm nun vor, als Mafia-Boss stets weitergemacht zu haben. Zudem wird er verdächtigt, an der Ermordung eines Polizisten und dessen Frau im August 1989 in Carini beteiligt gewesen zu sein. Scotto hat dies den Berichten zufolge stets bestritten.

Die Ermittler nahmen demzufolge auch Pietro und Francesco Paolo Scotto fest. Pietro Scotto war wegen des Anschlags auf den Richter Borsellino zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden, 1999 sprach ihn ein Berufungsgericht wieder frei.

Operationen gegen die Mafia sind in Italien an der Tagesordnung. Erst im Dezember hatten Polizisten bei einer europaweiten Aktion gegen die Mafia in Italien und in anderen Ländern Hunderte Verdächtige gefasst. 260 Verdächtige kamen der Polizei zufolge in Untersuchungshaft, 70 weitere in Hausarrest. Unter den mutmaßlichen Kriminellen waren Politiker, Unternehmer und ein Polizist.

Zudem wurden Güter im Wert von 15 Millionen Euro beschlagnahmt, wie mehrere Nachrichtenagenturen berichteten. Der Vorsitzende der Anti-Mafia-Kommission im italienischen Parlament, Nicola Morra, sprach von einem "gigantischen Schritt" im Kampf gegen das Organisierte Verbrechen.

Die Aktion namens "Scott-Rinascita" konzentrierte sich auf die kalabrische Gegend Vibo Valentia. Den Verdächtigen wird unter anderem Erpressung, Mord, Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer mafiösen Organisation vorgeworfen. Sie sollen Bars, Restaurants und Hotels für Geldwäsche genutzt und sogar Bestattungen kontrolliert haben.

spiegel


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