Brinkhaus verteidigt "Hinterzimmer"-Lösung

  20 Februar 2020    Gelesen: 538
Brinkhaus verteidigt "Hinterzimmer"-Lösung

Der Parteivorsitz-Bewerber Röttgen will die CDU-Mitglieder entscheiden lassen. Sein Fraktionschef Brinkhaus sieht das im "ntv Frühstart" anders: Die Partei dürfe sich nicht auf offener Bühne zerlegen. Für sich selbst schließt Brinkhaus ein Kandidatur mit deutlichen Worten aus.

In der Debatte über die Wahl des nächsten CDU-Parteivorsitzenden hat sich der CDU-Bundestagsfraktionschef Ralph Brinkhaus gegen einen Mitgliederentscheid ausgesprochen und eine sogenannte Hinterzimmer-Lösung verteidigt. "Das wird immer so gesagt: 'Naja, Hinterzimmer ist irgendwo ganz schlimm.' Das ist ja einfach nur ein Synonym dafür, dass Menschen sich zusammensetzen und gucken, wie kriegen wir eine gemeinsame Lösung hin", sagte Brinkhaus im "ntv Frühstart". "Ich würde sagen, das tut uns gut, wenn diejenigen, die sich geeignet fühlen, sich einfach mal zusammensetzten und schauen, in welcher Konstellation Zusammenarbeit am besten möglich ist."

"Wir müssen respektvoll und achtsam miteinander umgehen", forderte Brinkhaus. "Ein Streit, ein Zerlegen auf offener Bühne, wie das teilweise in der SPD der Fall war, das wünsche ich meiner Partei nicht", sagte Brinkhaus. Eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz schloss Brinkhaus aus. "Ich glaube diese Frage stellt sich auch nicht, weil männliche Bewerber über 50 aus Nordrhein-Westfalen: Da besteht momentan kein Mangel", sagte Brinkhaus.

Kritik an eigener Partei

Der Weg zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden solle auf einer Sitzung des CDU-Bundesvorstandes in der kommenden Woche besprochen werden. "Wenn ein Zeitplan da ist, dann ist auch die Zeit, dass man sich erklären sollte, wenn man denn kandidieren möchte", sagte Brinkhaus. "Der eine oder andere hat ja auch schon gesagt, dass er Verantwortung übernehmen möchte, in welchen Funktionen auch immer. Und ich denke, das wird sich in den nächsten zwei Wochen zurechtruckeln."

Mit Blick auf die Rückzugsankündigung der amtierenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Brinkhaus, sie habe es nicht leicht gehabt neben der Bundeskanzlerin: "Es ist natürlich immer schwierig, neben einer Amtsinhabern dann auch entsprechend zu glänzen, vor allem neben einer Amtsinhaberin, die über einen so guten und imposanten Ruf verfügt, wie das bei Angela Merkel der Fall ist. Es ist aber auch so, dass ich mir gewünscht hätte, dass sie ein bisschen mehr Unterstützung aus allen Teilen der Partei bekommen hätte", sagte Brinkhaus.

Quelle: ntv.de, shu


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