Geldwäsche-Verdacht bei Wirecard

  03 Auqust 2020    Gelesen: 344
Geldwäsche-Verdacht bei Wirecard

Die Finanzaufsicht Bafin und der Zoll gehen fragwürdigen Zahlungen bei Wirecard nach. In mehreren Dutzend Fällen könnte es sich um Geldwäsche handeln. Auch ein ehemaliger Vorstand steht im Verdacht.

Der Wirecard-Skandal wird um ein Kapitel reicher: Nach dem milliardenschweren Bilanzbetrug gibt es nun den Verdacht auf Geldwäsche. Das habe Bundesfinanzminister Olaf Scholz vergangene Woche auf der Sondersitzung des Finanzausschusses erklärt, berichtete das "Handelsblatt".

Der Zeitung zufolge hat die beim Zoll angesiedelte Geldwäsche-Einheit Financial Intelligence Unit (FIU) in den vergangenen Jahren mehr als 500 Verdachtsmeldungen von der Wirecard-Bank erhalten. Diese richteten sich gegen Kunden des Unternehmens. Hinzu kommen mehrere Dutzend Hinweise, die sich gegen den Zahlungsdienstleister richten. Es würden "72 Meldungen in einem möglichen Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen gegen Wirecard stehen", zitiert das Blatt aus einer Unterlage des Finanzministeriums für den Finanzausschuss. Mehrere Hinweise richteten sich gegen einen ehemaligen Wirecard-Vorstand.

Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem "gewerbsmäßigen Bandenbetrug" bei dem Dax-Unternehmen aus, und zwar seit 2015. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein.

Derweil haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die FIU eine gemeinsame Taskforce gegründet, um den Wirecard-Skandal aufzuarbeiten. Die Arbeitsgruppe solle eine "reibungslose und unverzügliche Kommunikation" sicherstellen, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Das solle zu rascheren Ergebnissen führen und andere staatliche Stellen unterstützen.

Quelle: ntv.de, jga/dpa


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