Urlaubsfoto bringt Steinmeier in Bredouille

  07 Auqust 2020    Gelesen: 260
Urlaubsfoto bringt Steinmeier in Bredouille

Noch am Montag appelliert Steinmeier an die Deutschen, sich an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Nun wird ihm angesichts eines Fotos, das im Südtirol-Urlaub entstand, Doppelmoral vorgeworfen. Es zeigt den Bundespräsidenten an der Seite eines Lokalpolitikers und mehrerer Musikerinnen - ohne alles.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht sich angesichts eines Fotos, das am 22. Juli während seines Urlaubs in Südtirol entstand, massiver Kritik ausgesetzt. Hintergrund ist, dass der SPD-Politiker für das Bild ohne Maske und ausreichend Abstand posierte. Es war am Rande eines persönlichen Treffens mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher zur politischen Lage in Südtirol, Italien und Deutschland entstanden. Vor allem in den sozialen Medien rief es Kritiker auf den Plan, die bemängelten, dass sich Steinmeier selbst nicht an die Regeln halte, deren Beachtung er anderen abverlange.

Das Bundespräsidialamt sah sich mittlerweile zu einer Stellungnahme genötigt. Laut "Welt" heißt es darin, dass Steinmeier auch im Urlaub darauf achte, "die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten - und an Orten, an denen das nicht immer möglich ist, trägt er eine Mund-Nasen-Bedeckung. Dass das nicht immer ideal klappt, zum Beispiel wenn der spontane Wunsch nach einem gemeinsamen Foto an der frischen Luft entsteht, zeigt umso mehr: Es ist sehr wichtig, dass wir alle und jeden Tag aufs Neue darauf besinnen, vorsichtig und achtsam zu sein."

Auch Kompatscher gab sich angesichts des Fauxpas einsichtig. "Das war gedankenlos und nicht vorbildhaft", sagte er der "Südtiroler Tageszeitung". "Ich ärgere über mich selbst, weil wir vorher am Tisch alle eine Maske getragen haben und dabei auch über die Sicherheitsbestimmungen gesprochen haben", so der Politiker. In dem Gespräch habe Steinmeier gesagt, dass in Bozen größere Disziplin herrsche als in Berlin. "Asche auf mein Haupt, wir sind auch Menschen."

Auch an Laschet gab es Kritik

Pikant ist der Vorfall für Steinmeier vor allem deshalb, weil er erst kürzlich die Verstöße gegen Corona-Auflagen bei Demonstrationen in Berlin mit deutlichen Worten kritisiert hatte. Er hatte die Bürger dazu aufgerufen, sich weiter verantwortungsbewusst zu verhalten, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden. "Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle", so Steinmeier am Montag in einer Videobotschaft. Die Bürger sollten jetzt besonders vorsichtig sein - in der Freizeit, bei der Arbeit, im Urlaub und nach der Rückkehr.

Auch an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte es zuletzt Kritik infolge eines Besuchs im griechischen Flüchtlingslager Moria gegeben. Der Vorwurf lautete, Laschet habe nach seiner Rückkehr keinen Test gemacht und sei auch nicht in Quarantäne gegangen. Die Partei argumentierte, es bestehe "kein Grund, dass der Ministerpräsident und seine Delegation nach Rückkehr einen Pflichttest machen müssen oder sich in Quarantäne begeben, da weder Lesbos und das Flüchtlingslager noch weitere Teile Griechenlands Risikogebiete sind". Der Eintrag entstand allerdings, als Laschet noch in Griechenland war. Nach seiner Landung ließ er sich testen. Der Test war negativ.

Quelle: ntv.de, jug/dpa


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