Mutmaßliche Rizin-Absenderin ist verhaftet

  21 September 2020    Gelesen: 231
Mutmaßliche Rizin-Absenderin ist verhaftet

An der Grenze zwischen Kanada und den USA ist eine offenbar bewaffnete Frau festgenommen worden. Das berichten US-Medien. Die Frau steht im Verdacht, einen Brief mit dem hochgiftigen Rizin an US-Präsident Trump geschickt zu haben. Ihr Motiv ist bisher unklar.

Nachdem ein Brief mit dem Gift Rizin ans Weiße Haus geschickt wurde, ist laut Medienberichten die mutmaßliche Absenderin festgenommen worden. Die Frau habe versucht, von Kanada in die USA einzureisen, berichtete der Nachrichtensender CNN. Sie habe eine Schusswaffe bei sich gehabt, hieß es unter Berufung auf Sicherheitsbehörden. Auch der Sender NBC berichtete von der Festnahme.

Ein Sprecher des US-Zolls bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass es eine Festnahme am Grenzübergang Peace Bridge in Buffalo im Bundesstaat New York gegeben habe. Nähere Angaben machte er dazu nicht. Die Ermittlungen seien im Gange, sagte der Sprecher lediglich.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Brief an US-Präsident Donald Trump adressiert gewesen und vor einigen Tagen abgefangen worden sei. Die "New York Times" schrieb bereits vor der Festnahme, dass der Umschlag nach Erkenntnissen von Ermittlern aus Kanada gekommen sei und nach einer Frau gefahndet werde.

Kein Gegengift bekannt

Mit dem hochgiftigen Rizin versehene Briefe waren bereits 2013 an Präsident Barack Obama und den damaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg geschickt worden. Damals wurde die Schauspielerin Shannon Guess Richardson für die Giftbriefe überführt und zu 18 Jahren Haft verurteilt. Ihr Motiv soll mit dem Diskurs über Waffenverbote zu tun gehabt haben, wobei sie sich pro Waffenbesitz geäußert hatte.

Die gesamte Post für das Weiße Haus wird laut CNN inzwischen an einem anderen Ort sortiert und geprüft, bevor sie den Sitz des US-Präsidenten erreicht. Demnach war der Inhalt des betreffenden Umschlags in einem Lager mehrmals überprüft worden.

Rizin ist ein giftiges Eiweiß, das aus dem Samen des Wunderbaumes gewonnen wird. Bei Menschen kann die Substanz bei Einatmen, Schlucken oder Injektion zu schweren Organschäden führen, je nach Dosis auch zum Tod. Ein Gegengift ist nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP


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