Grenke lässt Aufsichtsratsmandat ruhen

  21 September 2020    Gelesen: 236
Grenke lässt Aufsichtsratsmandat ruhen

Leasinganbieter Grenke versucht, Vorwürfen gegen sein Franchise-Geschäft entschieden zu begegnen. Neben einer unabhängigen Prüfung beinhaltet das auch, dass Gründer Wolfgang Grenke zeitweise aus dem Aufsichtsrat aussteigt. Den Markt beruhigt dies zunächst nicht.

Der Leasinganbieter Grenke zieht Konsequenzen aus den vom Short-Seller Viceroy Research vorgebrachten Anschuldigungen. Der MDax-Konzern kündigte an, das in der Kritik stehende Franchise-System des Unternehmens unabhängig prüfen zu lassen. Auch eine Integration in den Konzern werde erwogen. Unternehmensgründer Wolfgang Grenke lasse sein Aufsichtsratsmandat unterdessen ruhen, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Den angekündigten Maßnahmen zum Trotz brach der Kurs der Grenke-Aktie im frühen Geschäft ein. Er fiel zeitweise um bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder.

Grenke hatte am Freitag bereits mitgeteilt, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die bei dem Konzern seit drei Jahren die Bilanzen prüft, mit einem Sondergutachten beauftragt zu haben. Dabei soll es darum gehen, die Substanz des Geschäfts zu belegen und die Vorwürfe von Viceroy Resarch endgültig zu widerlegen. Bei der weiteren Prüfung durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll es um die Marktüblichkeit der bei Grenke gängigen Übernahmen von Franchise-Unternehmen und deren Vorteilhaftigkeit für den Konzern gehen.

Grenke will jetzt auch prüfen, ob das Franchise-System insgesamt in den Konzern integriert wird, und ob sich der Konzern früher als bisher an den Franchise-Partnern beteiligt. Bisher beteiligen sich Finanzinvestoren zunächst an den Franchise-Unternehmen. Als ein solcher tritt auch die CTP Handels- und Beteiligungs GmbH auf, die sich seit Januar im Besitz des Grenke-Unternehmensgründers, Großaktionärs und stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Grenke befindet. Der hat nach Unternehmensangaben nun angeboten, dass der Konzern die von der Gesellschaft CTP gehaltenen Beteiligungen an den Franchise-Unternehmen übernimmt.

Grenke-Familie will Anteile halten

An dem bisherigen Grundprinzip der Erschließung neuer Märkte durch Gründung von Franchise-Unternehmen durch ehemalige Mitarbeiter und deren spätere Übernahme wolle Grenke festhalten, sagte die Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky laut Mitteilung. Grenke wolle "aber in Zukunft jeglichen Anschein von Interessenkonflikten vermeiden". Bis die Vorwürfe etwaiger Interessenskonflikte ausgeräumt sind, lässt Wolfgang Grenke sein Aufsichtsratsmandat mit sofortiger Wirkung ruhen, ebenso sein Aufsichtsratsmandat bei der Grenke Bank und sein Verwaltungsratsmandat bei der Schweizer Grenkeleasing AG.

Wie der Konzern weiter mitteilte, bekennt sich die Familie Grenke dazu, ihr Aktienpaket von 40,84 Prozent an der Grenke AG langfristig zu halten. Der Konzern hat die Anfang vergangener Woche veröffentlichten Anschuldigungen von Viceroy Resarch, hinter der der britische Investor Fraser Perring steht, zurückgewiesen. Viceroy bemängelt unter anderem die Intransparenz des Franchise-Systems.

Quelle: ntv.de, jog/DJ


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