Macher feiern Corona-Warn-App als Erfolg

  23 September 2020    Gelesen: 470
Macher feiern Corona-Warn-App als Erfolg

Mehr als 18 Millionen Downloads - mit Blick auf die Nutzerzahl ist Deutschlands Corona-Warn-App ein Erfolg. Die Macher feiern sich 100 Tage nach Erscheinen gegenseitig. Dabei gibt es auch immer wieder Kritik. SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach ist jedoch sicher, dass "die goldene Zeit der App" noch bevorsteht.

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. "Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen", sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden.

Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein "Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen. Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, "Co-Lead" des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

Muss die Regierung mehr für die App trommeln?

Heute wollen Gesundheitsminister Jens Spahn, Kanzleramtschef Helge Braun und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär öffentlich Bilanz zu der App ziehen, an der es immer wieder Kritik gab. So ist die Deutung der angezeigten Risikobewertung nicht immer ganz eindeutig gewesen.

Manuel Höferlin, Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag von der FDP, sagte dagegen, die Corona-Warn-App sei "technisch sehr gut gemacht". Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält die App für unterschätzt. "Ich glaube, dass die goldene Zeit der App jetzt in den nächsten Monaten erst kommt", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Radiosender RPR1. "Jetzt im Herbst, wenn die Fallzahlen deutlich steigen, wird die App ein Segen sein." Grundsätzlich habe sie fast immer gut funktioniert, es seien mehrere hundert Warnungen rausgegangen.

Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte "die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit". Aus ihrer Sicht sollten aber mehr Menschen die App nutzen. Sie sieht die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Pflicht, besser über den Nutzen der App zu informieren.

Quelle: ntv.de, jog/dpa


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