Putin-Kritiker Nawalny verlässt Charité

  23 September 2020    Gelesen: 349
Putin-Kritiker Nawalny verlässt Charité

Alexej Nawalny ist nicht mehr Patient der Berliner Charité. Wie die Klinikleitung mitteilt, wurde der Putin-Kritiker bereits gestern entlassen. Sein Zustand sei so gut, dass eine "akutmedizinische Behandlung" nicht mehr nötig sei.

Die Berliner Charité hat die stationäre Behandlung des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny beendet und den Patienten bereits am Dienstag entlassen. Das teilte das Universitätsklinikum mit. Der Gesundheitszustand Nawalnys habe sich so weit gebessert, dass "die akutmedizinische Behandlung" nicht mehr nötig sei.

Der Charité zufolge habe Nawalny insgesamt 32 Tage in dem Krankenhaus verbracht, davon 24 Tage auf einer Intensivstation. "Die behandelnden Ärzte halten aufgrund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes des Patienten eine vollständige Genesung für möglich", hieß es. Langzeitfolgen seien jedoch denkbar. Die Charité wies darauf hin, dass die öffentliche Mitteilung zum Gesundheitszustand von Nawalny im Einvernehmen mit ihm und seiner Ehefrau erfolgte.

Der 44-Jährige hatte seinen Weg der Genesung zuletzt mit mehreren Instagram-Fotos dokumentiert. Er dankte am Samstag den "brillanten Ärzten" der Klinik. Noch vor kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden geht. "Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll." Nawalny wies dabei auch darauf hin, dass es noch viele Probleme zu lösen gebe. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. "Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion."

Der bekannte Kreml-Kritiker war am 22. August in die Charité eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor während eines Flugs in Russland zusammengebrochen war. Nach Angaben der Bundesregierung wurde Nawalny "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet. Moskau weist den Verdacht zurück, staatliche russische Stellen könnten Nawalny gezielt vergiftet haben.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/dpa


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