Gesundheitsminister Spahn rechnet mit wachsender Impfbereitschaft

  23 November 2020    Gelesen: 142
Gesundheitsminister Spahn rechnet mit wachsender Impfbereitschaft

Die ersten Corona-Impfungen könnten in Deutschland schon Ende des Jahres oder Anfang 2021 starten. Jens Spahn bekräftigte erneut, dass es ein Impfangebot geben wird, keine Pflicht.

Nach der Zulassung erster Corona-Impfstoffe möglicherweise schon Ende dieses Jahres rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer steigenden Impfbereitschaft in Deutschland. »Ich bin überzeugt, wenn wir gemeinsam diesen harten schwierigen Corona-Winter hinter uns gebracht haben, wird auch die Bereitschaft steigen, sich impfen zu lassen«, sagte Spahn am Montag bei einem Besuch des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau. Er betonte, dass es sich um ein Impfangebot handelt – und bestätigte damit erneut, dass keine Impfpflicht kommen wird.

Spahn zufolge gibt es »begründeten Anlass« zur Annahme, dass spätestens Anfang des nächsten Jahres ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen werde. Vielleicht könne aber auch schon Ende dieses Jahres mit dem Impfen begonnen werden, fügte er hinzu. Es gehe nun darum, Strukturen für die Impfkampagne aufzubauen. »Wir wollen vorbereitet sein«, so der Gesundheitsminister. Das geschehe in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Ärzteschaft. »Es gibt einen Weg raus und wir sind bei diesem Weg auf einem guten Weg«, sagte Spahn.

Bislang haben drei verschiedene Unternehmen erfolgreiche Tests ihrer Impfstoffkandidaten vorgelegt: Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca/Universität Oxford. Biontech und Pfizer haben in den USA bereits eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt.

In einer vor fast zwei Wochen veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Sender RTL und n-tv hatten 40 Prozent angegeben, sie wollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, sobald dies möglich sei. Die Hälfte der Befragten würde wahrscheinlich erst einmal abwarten. Neun Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen.

Weiterer Vektorimpfstoff in der Entwicklung
IDT Biologika in Sachsen-Anhalt ist eines der Unternehmen, die in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und Universitäten an einem Corona-Impfstoff arbeiten. Anders als etwa Biontech arbeitet IDT an einem sogenannten Vektorimpfstoff, der auf einem vor mehreren Jahrzehnten entwickelten Impfstoff gegen Pocken basiert.
Im Prinzip dienen dabei gut bekannte, harmlose Viren als Ausgangspunkt. Mit gentechnischen Mitteln tauschen Forscher Oberflächenproteine durch Sars-CoV-2-Proteine aus, so dass sie dem Immunsystem eine Corona-Infektion vorgaukeln. Dadurch soll der Körper einen Immunschutz aufbauen.

Nach Abschluss aller klinischen Prüfungen rechnet IDT damit, dass der Impfstoff Ende 2021 zugelassen werden könnte. Der Bund schloss mit dem Unternehmen einen Vertrag zu Abnahme von mindestens fünf Millionen Impfdosen und gab bereits vorab 30 Millionen Euro des Kaufpreises für Investitionen in Produktionskapazitäten.

spiegel


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