Dreyer will weniger Kontaktbeschränkungen

  24 Februar 2021    Gelesen: 317
Dreyer will weniger Kontaktbeschränkungen

Vor der nächsten Bund-Länder-Runde fordert die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz weitere Lockerungen - und verspricht einen Stufenplan. Wenn einmal ausreichend Impfstoff zur Verfügung steh, könne auch alles verspritzt werden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert Lockerungen bei den Corona-Kontaktbeschränkungen . "Aus meiner Sicht wäre es sehr sinnvoll, wenn man wieder auf diese etwas weitere Kontaktbeschränkung geht, die allerdings immer noch sehr streng ist: Zwei Haushalte, fünf Personen, die Kinder nicht mitgezählt", sagte Dreyer im "ntv Frühstart". Man stelle im Moment fest, dass die Beschränkungen seit einer langen Zeit so eng seien, dass sie nicht mehr stringent eingehalten würden. Die Bürger seien sehr eigenverantwortlich, einige Regeln aber nicht mehr verständlich. "Ein Beispiel: Wenn zwei Familien mit Kindern befreundet sind, dann kann eigentlich das zweite Ehepaar nicht mit. Die müssen immer entscheiden, geht Mama oder Papa mit?"

Zum nächsten Bund-Länder-Treffen am 3.März erarbeiten Kanzleramtschef Braun und die Staatskanzleien der Bundesländer derzeit einen Perspektivplan. Dreyer sprach sich dafür aus, in diesem Plan den nächsten Öffnungsschritt für den Einzelhandel vorzusehen. Der Plan müsse aber ebenso Aussichten für körpernahe Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie aufzeigen. Für die Gastronomie gebe es zunächst im Außenbereich Möglichkeiten. "Im März wäre gut."

Keine Ansage nach britischem Vorbild

Dreyer rechnet damit, dass Bund und Länder bei der Runde nun doch einen bundesweiten Corona-Stufenplan beschließen werden. "Ich gehe davon fest aus." Die Ministerpräsidentin bekräftigte, sie stehe dafür ein. "Wir haben das Versprechen abgegeben. Ich war das letzte Mal schon nicht wirklich begeistert davon, dass wir das Versprechen an die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Kultur nicht eingehalten haben."

Die SPD-Politikerin sprach sich dagegen aus, in Deutschland eine ähnliche Ansage zu machen wie Großbritanniens Premier Boris Johnson, der ein Ende aller Corona-Beschränkungen bis Ende Juni angekündigt hatte. "Johnson war für mich noch nie ein Vorbild." Nach wie vor müsse man trotz aller Perspektiven Vorsicht walten lassen. Die Infektionszahlen stiegen im Moment sogar wieder leicht. Wann es wieder viele Freiheiten gebe, hänge vor allem von den Impfungen ab, so Dreyer. "Ich halte wenig davon, zu sagen, ab dem Punkt ist alles auf."

Dreyer sieht Land auf Massenimpfungen vorbereitet

Mit Sorge sieht sie die Meldungen über mögliche weitere Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff-Hersteller Astrazeneca im zweiten Quartal. Man habe die offizielle Nachricht noch nicht bekommen. "Aber natürlich ist es total problematisch, wenn der Impfstoff nicht kommt, der angekündigt worden ist."

Dreyer versprach, dass in Rheinland-Pfalz kein Impfstoff liegen bleiben werde, wenn im Frühjahr deutlich größere Menge geliefert werden. "Da bin ich sehr sicher." Die Impfzentren könnten "viel, viel mehr" impfen als im Moment, dazu kämen die mobile Impfteams. Polizei, Krankenhäuser und einige Unternehmen seien in der Lage, ihre Belegschaft eigenverantwortlich zu spritzen. Wenn genug Impfstoff da sei, stünden dann die niedergelassenen Ärzte bereit. Nach einer Testphase in einigen wenigen Praxen, sei man "sattelfest".

Die Ministerpräsidentin zeigte sich auch zur Ausweitung der Impfkampagne bereit. "Sobald dieses Versprechen wahr wird, dass wir angeblich nicht mehr wissen, wohin mit dem Impfstoff, kann ich Ihnen zusagen, dass wir dann auch sonntags impfen werden." Mit den Kommunen beraten sie, wie man die Möglichkeiten erweitern könne. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nicht in das Problem kommen werden, dass der Impfstoff, der da ist, nicht verimpft werden kann."

Quelle: ntv.de


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