Wieder enorme Kurssprünge bei Gamestop

  26 Februar 2021    Gelesen: 277
Wieder enorme Kurssprünge bei Gamestop

An der US-Börse kommt es abermals zu enormen Kursausschlägen bei der Aktie des Computerspiele-Händlers Gamestop. Innerhalb weniger Stunden legte das Wertpapier um 100 Prozent zu. Nach der Berg- und Talfahrt der vergangenen Wochen wächst die Sorge vor einer neuen Spekulationsblase.

Finanzmarktprofis etwa zeigen sich irritiert. Der Vizechef von Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, Charlie Munger, nannte die Kapriolen bei den Gamestop-Aktien ein Zeichen für eine „irritierende Blase“ und damit für eine Entwicklung, die irgendwann einmal ein böses Ende nehmen müsse. Der 97-Jährige fügte hinzu, der Spekulationsrausch um Gamestop und andere Unternehmen offenbare eine gefährliche neue Kultur. Menschen würden von Billig-Brokern wie Robinhood ermutigt, wie bei Pferdewetten mit Aktien zu zocken.

Niedrige Zinsen, höheres Risiko

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Finanzexperte Michael Heise von HQ Trust. Er macht auch die sehr expansive Geldpolitik der Notenbanken für die Entwicklung verantwortlich. In der Sendung „Wirtschaft am Mittag“ im Deutschlandfunk sagte Heise (Audio-Link), die Minizinsen veranlassten viele Menschen, Risiken einzugehen und schnelle Gewinne zu suchen. Laut Heise spielt auch technische Innovation auf den Finanzmärkten eine Rolle. Es gebe digitale Plattformen, über die die Koordination der Anleger stattfinde. Zudem sei der Wertpapierhandel über Apps sehr einfach und weitgehend kostenfrei. Mit anderen Worten: Zocken war noch nie so einfach wie heute. Heise geht allerdings nicht von einem Crash im breiten Markt aus. Auch sei die Finanzmarktstabilität nicht gefährdet.

Machtspiele zwischen Profis und Privatanleger

Bei einigen Aktien, darunter Gamestop und AMC Entertainment, hatte es deshalb so starke Kursschwankungen gegeben, weil Kleinanleger den Kauf der Wertpapiere im Internet abgesprochen hatten. Die Aktion richtete sich gegen Hedgefonds und „Short Seller“, die auf einen Kursverfall gewettet hatten. Sie leihen sich gegen Gebühr Aktien und verkaufen sie, in der Hoffnung auf niedrige Einstiegskurse. Steigen die Kurse entgegen der Erwartung müssen die Anleger die Aktien wieder zu höheren Kursen kaufen, um sie den Leihgebern zurückgeben zu können.

Allein heute (25.2) sollen diese sogenannten Leerverkäufer – laut der Finanzanalysefirma Ortex – mehr als 800 Millionen US-Dollar Verlust mit ihren Wetten auf fallende Kurse gemacht haben.


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