Tschechien ordnet Massentests in Firmen an

  02 März 2021    Gelesen: 268
Tschechien ordnet Massentests in Firmen an

Tschechien ist besonders stark vom Coronavirus betroffen. Verpflichtende Massentests in Firmen sollen helfen, die Ausbreitung zu stoppen. Gewerkschaften geht das nicht weit genug. Doch einen Lockdown für die Wirtschaft soll es nicht geben.

Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in allen mittleren und großen Unternehmen an. Das beschloss die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis auf einer Kabinettssitzung. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen rund 2,1 Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Danach gelten wöchentliche Intervalle. Ausgenommen sind Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten.

Für Firmen und Mitarbeiter ist die Teilnahme obligatorisch. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten der Corona-Antigen- Tests. Alternativ können auch Selbsttests zum Einsatz kommen, die mit umgerechnet rund zweieinhalb Euro je Test bezuschusst werden. Bei Missachtung drohen den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Die Regierung reagiert damit auf Forderungen, stärker gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Büros und Fabrikhallen vorzugehen. Der Gewerkschaftsdachverband CMKOS hatte sich für eine einwöchige Zwangs-Betriebspause über Ostern ausgesprochen. "Wir stoppen die Industrie nicht", entgegnete Wirtschaftsminister Karel Havlicek. Viele deutsche Unternehmen nutzen Tschechien als sogenannte "verlängerte Werkbank".

Die Corona-Krise hat Tschechien besonders hart getroffen. In dem EU-Mitgliedsstaat mit 10,7 Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Pandemie mehr als 1,2 Millionen bestätigte Infektionen und fast 20.500 Todesfälle. Offizielle Kennzahlen zur Sieben-Tage-Inzidenz werden nicht veröffentlicht, Berechnungen ergeben aber eine Zahl von rund 770 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - also mehr als das Zehnfache des deutschen Werts.

n-tv


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