Handel nennt Beschlüsse "eine Katastrophe"

  04 März 2021    Gelesen: 289
Handel nennt Beschlüsse "eine Katastrophe"

Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind nach Einschätzung des Handelsverbands HDE eine ganz schlechte Nachricht. Faktisch werde der Lockdown für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler verlängert.

Die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern stoßen in Teilen der Wirtschaft auf Kritik. Die für eine Öffnung der Geschäfte vorgeschriebene stabile Inzidenz von 50 sei "nicht flächendeckend in Sichtweite", beklagte der Einzelhandelsverband HDE. Die deshalb weitgehend geschlossenen Handelsunternehmen dürften bis Ende März im Vergleich zu 2019 weitere zehn Milliarden Euro Umsatz verlieren. "Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für den Einzelhandel eine Katastrophe", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gleichzeitig kämen staatliche Hilfszahlungen nur spärlich an.

Die Möglichkeit für den Einkauf nach vorheriger Terminvergabe sei für die meisten Läden kein Rettungsanker, so Genth. Denn dabei seien in der Regel die Personal- und Betriebskosten höher als die Umsätze. Faktisch werde der Lockdown damit für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert.

"Die Politik orientiert sich weiter stur ausschließlich an Inzidenzwerten. Dieses Vorgehen erscheint zunehmend fragwürdig", sagte Genth. Es gebe keine vernünftigen Argumente, den Einzelhandel weiterhin geschlossen zu halten. "Hier wird ohne nachvollziehbare Gründe die Kernbranche der Innenstädte geopfert", so Genth weiter. Der HDE setze sich weiterhin für eine Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ein.

Weitere Öffnungsschritte in Aussicht

Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer sagte, für viele Unternehmen gebe es in nächster Zeit noch keine Öffnungsperspektive. "Um ein Betriebesterben auf breiter Front zu verhindern, muss wirtschaftliches Leben jedoch schnellstens wieder ermöglicht werden, wo immer das epidemiologisch vertretbar ist. Die jetzt getroffenen Beschlüsse werden dem nicht gerecht." Die Politik müsse mehr Tempo beim Impfen machen, Tests müssten dann flankierend hinzukommen. "Zunächst müssen jedoch zahlreiche offene Fragen zu den Testungen geklärt werden."

Bund und Länder haben beschlossen, den Lockdown bis zum 28. März zu verlängern. Gleichzeitig wurden jedoch weitere Öffnungsschritte in Aussicht gestellt. Nächste Woche sollen zum Beispiel Buch- und Blumenläden sowie Gartencenter unter Hygieneauflagen und Kundenzahlbegrenzungen wieder aufmachen können. Für körpernahe Dienstleistungen sowie Fahr- und Flugschulen gilt dies auch, dort werden allerdings tagesaktuelle Schnell- oder Selbsttests für Kunden und ein Testkonzept für das Personal vorgeschrieben.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa


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