Steuerprüfungen bei Reichen stark rückläufig

  15 April 2021    Gelesen: 314
Steuerprüfungen bei Reichen stark rückläufig

Manchmal möchte sich das Finanzamt die Buchhaltung genauer anschauen: Betriebsprüfungen können nicht nur Freiberufler und Unternehmer ereilen, sondern auch Privatpersonen mit hohem Einkommen. Doch für die interessierten sich die Finanzbeamten zuletzt immer weniger.

Wer über 500.000 Euro pro Jahr verdient, wird einem Zeitungsbericht zufolge von den Finanzbehörden immer seltener durchleuchtet. Die Zahl der sogenannten Betriebsprüfungen der Finanzämter bei Steuerzahlern mit Einkünften von über einer halben Million Euro ist von 1628 im Jahr 2009 auf aktuell nur noch 909 im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen - ein Minus von fast 56 Prozent. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, aus der die Zeitung "Rheinische Post" berichtet.

Damit entgingen vor allem jene Bürger einer genaueren Prüfung, deren Steuererklärungen wegen des hohen Einkommens und Vermögens besonders komplex sind und für die sich Steuervermeidungstricks besonders lohnen dürften. Der Bundesrechnungshof hatte bereits 2006 vor einer zu geringen Prüfungsdichte bei Reichen und Superreichen gewarnt. Nachprüfungen bei dieser Gruppe könnten zu durchschnittlichen Mehreinnahmen von 130.000 Euro im Jahr führen, so die Behörde damals.

Die Bundesregierung verweist laut dem Zeitungsbericht auf die Corona-Krise im Jahr 2020: Die zuständigen Länder hätten zum Schutz von Steuerbeamten und Steuerzahlern häufigere Kontakte vermieden, was Einfluss auf die Prüfungen gehabt habe. Allerdings hat sich laut dem Bericht die Zahl der Steuerprüfungen bei Reichen bereits vor der Pandemie stark reduziert. Sie sank um fast 30 Prozent gegenüber 2009 auf 1150 im Jahr 2018.

Quelle: ntv.de, DJ/rts


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