Ukraine: Raketentreffer auf AKW-Gelände Piwdennoukrajinsk

  19 September 2022    Gelesen: 229
  Ukraine: Raketentreffer auf AKW-Gelände Piwdennoukrajinsk

In den vergangenen Wochen machen sich Moskau und Kiew gegenseitig für den Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja verantwortlich. Nun gerät auch das AKW Piwdennoukrajinsk unter Feuer. "Russland gefährdet die gesamte Welt", mahnt Präsident Selenskyj.

Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Energoatom hat Russland vorgeworfen, in der vergangenen Nacht das Gelände des Atomkraftwerks Piwdennoukrajinsk beschossen zu haben. Die russische Armee habe um 00.20 Uhr (23.20 MESZ) das Gewerbegebiet des AKW unter Beschuss genommen, schrieb Energoatom auf Telegram. In nur 300 Metern Entfernung von den Reaktoren habe es eine "heftige Explosion" gegeben.

Von der Wucht der Explosion zersplitterten laut dem Betreiber rund hundert Fenster der Anlage. Drei Hochspannungsleitungen mussten kurzzeitig abgeschaltet werden. Zudem sei die Anlage eines nahen Wasserkraftwerks beschädigt worden. Der Konzern veröffentlichte auch Fotos von einem Krater mit vier Metern Durchmesser und zwei Metern Tiefe. "Derzeit arbeiten die drei Reaktoren im regulären Betrieb", versicherte Energoatom. Auch seien keine Menschen zu Schaden gekommen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte ebenfalls Russland für die Explosion verantwortlich. "Russland gefährdet die gesamte Welt. Wir müssen es stoppen, solange es noch nicht zu spät ist", schrieb Selenskyj im Messengerdienst Telegram. Dazu stellte er ein schwarz-weißes Überwachungsvideo von einer schweren Detonation.

Das AKW Piwdennoukrajinsk liegt rund 100 Kilometer nordwestlich der südukrainischen Stadt Mykolajiw und knapp dreihundert Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew. Im Betrieb befinden sich drei Reaktoren mit einer Nettoleistung von 2850 Megawatt.

In den vergangenen Wochen hatte bereits der wiederholte Beschuss des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine international große Besorgnis ausgelöst. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig für den Beschuss verantwortlich.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa


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