Moskau zieht offenbar U-Boote von der Krim ab

  20 September 2022    Gelesen: 219
  Moskau zieht offenbar U-Boote von der Krim ab

Traditionell dient die Krim der russischen Schwarzmeerflotte als Heimatbasis. Nach britischen Informationen verlegt der Kreml nun U-Boote älterer Bauart von der Halbinsel nach Südrussland. Grund sei vermutlich die Angst vor weiteren ukrainischen Attacken, heißt es aus London.

Wegen der Gefahr ukrainischer Angriffe hat Russland nach Einschätzung der britischen Geheimdienste seine U-Boote der Kilo-Klasse von der annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim abgezogen. Die Schiffe der Schwarzmeerflotte seien aus ihrem Heimathafen Sewastopol in die südrussische Hafenstadt Noworossijsk verlegt worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Kilo-Klasse sind mit Dieselmotoren betriebene U-Boote vor allem aus den 80er Jahren.

Die russische Schwarzmeerflotte ist traditionell auf der Krim stationiert. Grund der Verlegung sei höchstwahrscheinlich, dass die ukrainische Fähigkeit zu Angriffen über weitere Distanz zugenommen habe und sich deshalb die Sicherheitslage auf der Krim verändert habe, hieß es in London. Das ukrainische Militär meldete derweil am Montag, dass die russische Schwarzmeerflotte ihre vor der Krim agierende Flotte wieder auf zehn Schiffe aufgestockt habe. Darunter seien drei Raketenkreuzer und drei große Landungsschiffe.

In den vergangenen zwei Monaten waren sowohl das Hauptquartier als auch der wichtigste Flugplatz der Schwarzmeerflotte auf der Krim Ziel ukrainischer Angriffe. Ende Juli schlug eine Drohne im Hof des Stabs der Flotte ein. Dabei gab es auch Verletzte. Anfang August ereigneten sich dann auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki mehrere Explosionen. Den britischen Geheimdienstexperten zufolge wurden dadurch die Marineflieger der Schwarzmeerflotte deutlich geschwächt. Mindestens acht Flugzeuge seien durch die Explosionen zerstört oder beschädigt worden, teilte das Verteidigungsministerium vor einigen Wochen mit.

Bereits im April hatte die Schwarzmeerflotte ihr Flaggschiff, den Raketenkreuzer "Moskwa", verloren. Nach einem Brand an Bord war das mehr als 180 Meter lange Schiff gesunken. Die Ukraine gibt an, die "Moskwa" mit Antischiffsraketen versenkt zu haben.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa


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