London: Hohe russische Verluste in Lyman

  02 Oktober 2022    Gelesen: 191
  London: Hohe russische Verluste in Lyman

Russland musste in einer herben Niederlage gegen die ukrainische Armee die strategisch wichtige ostukrainische Stadt Lyman aufgeben. Beim Rückzug seien viele Soldaten gefallen, glauben britische Geheimdienste. Denn es gab nur einen einzigen Weg zur Flucht.

Beim Rückzug aus der strategisch wichtigen ostukrainischen Stadt Lyman haben die Russen nach Einschätzung britischer Geheimdienste hohe Verluste erlitten. Die Stadt im östlichen Gebiet Donezk sei zuvor mutmaßlich von unterbesetzten russischen Einheiten sowie Reservisten verteidigt worden, heißt es im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Beim Rückzug über die einzige Straße aus der Stadt, die noch unter russischer Kontrolle ist, seien wohl viele Soldaten gefallen.

Russland hatte am Samstag - einen Tag nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete - in einer herben Niederlage gegen die ukrainische Armee die Stadt Lyman aufgegeben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Rückeroberung der Stadt gefeiert. "Die ukrainische Flagge weht bereits in Lyman im Gebiet Donezk", erklärte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Von dem "Pseudoreferendum" gebe es dort keine Spur mehr, sagte er.

Die Streitkräfte sind nach Angaben des russischen Militärs wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden. Zuvor hatten ukrainische Behörden von mehr als 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Über die Anzahl der Gefallenen und Gefangenen gibt es bislang keine konkreten Angaben. Der "Kyiv Independent" berichtet allein für Samstag von 500 gefallenen russischen Soldaten, beruft sich aber auf Schätzungen der ukrainischen Armee, die nicht unabhängig überprüfbar sind.

Druck auf Militärführung wächst

Der Rückzug hat nach Angaben der britischen Geheimdienste in russischen Regierungskreisen eine Welle an öffentlicher Kritik an der Militärführung ausgelöst. Man erwarte, dass weitere Niederlagen in den erst kürzlich annektierten Gebieten dies weiter verstärken und den Druck auf hochrangige Kommandeure erhöhen dürften.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Quelle: ntv.de, can/dpa


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