Russlands Panzerartillerie erlebt Horror-Monat

  07 Juni 2024    Gelesen: 522
  Russlands Panzerartillerie erlebt Horror-Monat

Im Mai schießen Russlands Verluste an Panzerhaubitzen vom Typ Msta-S plötzlich in die Höhe. Ukrainische Verteidigungsexperten führen das auf zwei wichtige Faktoren zurück.

Russlands Streitkräfte haben einem Bericht zufolge im vergangenen Monat eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Panzerhaubitzen vom Typ Msta-S verloren. Wie das proukrainische Portal Militarnyi meldet, wurden im Mai mindestens neun Exemplare zerstört. Demnach waren für die meisten Verluste ukrainische FPV-Drohnen (First Person View) verantwortlich. Allein die Drohnengruppe "Muramasa" der 109. Brigade der Territorialverteidigung soll in den vergangenen Wochen mindestens vier Msta-S im Raum Awdijiwka zerstört haben.

Daten des niederländischen Portals Oryx, welches Verluste in der Ukraine anhand von Bildern und Videos dokumentiert, bestätigen die Zahl der neun zerstörten Panzerhaubitzen. Zum Vergleich: Für den Monat April listet Oryx eine zerstörte Msta-S und für den März eine beschädigte Msta-S auf, für den Februar gar keine. Militarnyi hebt hervor, dass es sich bei den erwähnten Verlusten nur um zerstörte oder beschädigte Artilleriesysteme handelt, die per Foto oder Video verifiziert sind. Die Zahlen könnten in Wahrheit also durchaus höher sein.

Laut dem proukrainischen Portal Defence Blog sind mehrere Faktoren für die höhere Anzahl an Verlusten verantwortlich. Unter anderem würden Kiews Streitkräfte gezielt Jagd auf die Systeme machen. Zudem habe die Effektivität des ukrainischen Gegenbatteriefeuers zugenommen, was zu erfolgreicheren Gefechten mit russischen Artillerieeinheiten geführt habe.

Die 2S19 Msta-S wurde in den 80er-Jahren in der Sowjetunion entwickelt und laufend verbessert. Das Fahrgestell basiert auf dem T-80-Panzer. Als Bewaffnung dient eine 152-Millimeter-Haubitze. 1989 wurden die ersten Fahrzeuge an die Armee ausgeliefert. Angaben der britischen Denkfabrik International Institute for Strategic Studies (IISS) zufolge soll Russland im Jahr 2020 über 850 aktive und 150 eingelagerte Msta-S verfügt haben. Laut Oryx verlor Moskau seit Februar 2022 insgesamt 241 Msta-S in unterschiedlichen Versionen.

Russland setzt bei seiner selbstfahrenden Artillerie traditionell auf Kettenfahrzeuge. Mit der 2S43 Malwa verfügen Moskaus Verbände seit Herbst 2023 aber auch über eine Radhaubitze. Kürzlich erspähte eine ukrainische Aufklärungsdrohne erstmals eine Malwa an der Front in der Region Charkiw.

Quelle: ntv.de, jpe


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