Trump nennt Sonderermittler schädlich für USA

  19 Mai 2017    Gelesen: 1129
Trump nennt Sonderermittler schädlich für USA

Nach der Entlassung von FBI-Chef Comey übernimmt dessen Vorgänger Mueller als Sonderermittler die Russland-Untersuchung. Das schade dem Land, meint US-Präsident Trump - die Vorwürfe seien "lächerlich".

US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an der Einsetzung eines Sonderermittlers in der Russland-Affäre verschärft. "Ich glaube, dass es unserem Land furchtbar schadet", zitierten ihn die Sender CNN und CNBC an Donnerstag. "Denn es zeigt, dass wir ein geteiltes, durcheinander geratenes, nicht-geeintes Land sind."

Kurz darauf wiederholte Trump bei einer Pressekonferenz, es habe keine geheimen Absprachen mit der Regierung in Moskau gegeben. Das US-Justizministerium hatte den ehemaligen FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler eingesetzt. Er soll dem Vorwurf geheimer Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der Regierung in Moskau sowie deren etwaigen Einfluss auf die Präsidentenwahl nachgehen.

Trump wies außerdem Vorwürfe zurück, wonach er den ehemaligen FBI-Chef James Comey zur Beendigung von Ermittlungen gegen seinen früheren, inzwischen entlassenen Sicherheitsberater Michael Flynn aufgefordert habe. "Nein!", sagte Trump am Donnerstag auf eine entsprechende Reporterfrage bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos.

"Völlig lächerlich"

"Ich hoffe, Sie können das sein lassen", soll Trump zu Comey gesagt haben. Die Gesprächsnotiz hatte ein Comey-Vertrauter der "New York Times" in Auszügen vorgelesen. Comey soll am kommenden Mittwoch vor Mitgliedern des Repräsentantenhauses aussagen.

Vorwürfe, er habe sich in der Vergangenheit strafbar gemacht, seien "völlig lächerlich", sagte Trump. Das Justizministerium hatte tags zuvor mit Comeys Vorgänger Robert Mueller einen Sonderermittler eingesetzt, um mögliche Zusammenhänge zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland zu untersuchen. Der Schritt, angekündigt vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein, war parteiübergreifend begrüßt worden.

Kritiker befürchten, Trump habe Comey nur entlassen, weil dieser die Russland-Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam untersuchte. Deshalb wurde mit Mueller ein Sonderermittler eingesetzt. Trump selbst bezeichnete dies als "die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der US-Geschichte".

Die Einsetzung des Sonderermittlers stieß im Kongress auf breite Zustimmung. Der Oppositionschef im Senat, Chuck Schumer, sagte, er habe nun "erheblich mehr Vertrauen" in die Ermittlungen. Der republikanische Vorsitzende des Ethikausschusses im Repräsentantenhaus, Jason Chaffetz, bezeichnete Mueller als "hervorragende Wahl".

Quelle : spiegel.de

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