US-Strafzölle und Krise der Autobranche belasten Osram

  07 November 2018    Gelesen: 436
US-Strafzölle und Krise der Autobranche belasten Osram

Die Turbulenzen in der Autobranche und die von den USA angezettelten Handelskonflikte verunsichern den Lichttechnik-Konzern Osram.

Vorstandschef Olaf Berlien gab am Mittwoch das Ziel auf, bis zum Jahr 2020 den Umsatz auf fünf Milliarden Euro und den Betriebsgewinn auf eine Milliarde Euro zu steigern. Das Umsatzziel solle zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt werden, sagte Berlien auf der Bilanzpressekonferenz in München. “Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben wir vorsichtig.”

Stattdessen nehme sich Osram bis 2023 vor, den Umsatz von 4,1 Milliarden Euro im jüngst beendeten Geschäftsjahr jährlich um einen mittleren einstelligen bis zweistelligen Prozentsatz zu steigern. Die Umsatzrendite (bereinigte Ebitda-Marge) solle im gleichen Zeitraum auf einen Wert über 15 Prozent zulegen. In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr blieben vom Umsatz 14,7 Prozent als Betriebsgewinn übrig.

Damit schlugen zuletzt Strafzölle und Absatzprobleme des Leuchtmittelherstellers in der vom Dieselskandal gebeutelten Autobranche nicht so stark ins Kontor wie befürchtet. Zwar schrumpfte das operative Ergebnis um 13 Prozent auf 605 Millionen Euro. Doch in Aussicht gestellt hatte das Unternehmen lediglich 570 bis 600 Millionen Euro. Branchenexperten hatten Osram 583 Millionen Euro Betriebsgewinn zugetraut.

Obwohl der Überschuss um 48 Prozent auf 142 Millionen Euro einbrach, will Osram die von Kursrückgängen geplagten Aktionäre mit einer gleichbleibenden Dividende von 1,11 Euro und einem bis zu 400 Millionen Euro schweren Aktienrückkauf-Programm besänftigen. Am Mittwoch gab die Aktie um knapp vier Prozent nach.

Im nun angebrochenen Geschäftsjahr erwartet Osram bestenfalls ein Umsatzplus von drei Prozent und einen Rückgang der Umsatzrendite auf 12 bis 14 Prozent. Zur Stabilisierung soll eine Neusortierung der drei Sparten beitragen, die nun in Auto-Beleuchtung, digitales Lichtmanagement und optische Halbleiter eingeteilt werden. Während die Autobranche bisher für die Hälfte der Konzernerlöse steht, sollen die Einnahmen von Kunden in der Industrie einerseits sowie in Mobilfunk und Infrastruktur anderseits so stark wachsen, dass beide Bereiche mit Osrams Autosparte gleichziehen. “Mein Wunschziel wäre eine Drittelung”, sagte Berlien mit Blick auf die Umsatzanteile in fünf Jahren.

Angesichts der US-Kongresswahlen hofft Osram auf eine Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Die bisherige Politik von US-Präsident Donald Trump wirke sich auf Osram hauptsächlich durch die von beiden Ländern gegeneinander verhängten Strafzölle aus, sagte Berlien. “Und da hoffen wir, mit den Kongresswahlen, dass vielleicht der Präsident gezwungen ist, eine etwas ausbalanciertere Politik zu fahren.” Bei den Wahlen zeichnet sich eine teilweise Niederlage für Trumps republikanische Partei ab.

reuters


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