„Homosexualität ist keine Krankheit“: Spahn will Verbot von „Konversionstherapien“

  11 Juni 2019    Gelesen: 349
„Homosexualität ist keine Krankheit“: Spahn will Verbot von „Konversionstherapien“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht gute Chancen, sogenannte Konversionstherapien zur „Umpolung“ von Homosexuellen schnell zu verbieten. Das machte er am Dienstag in einer Pressekonferenz deutlich.

„Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund“, teilte Spahn gegenüber Journalisten in Berlin mit. Er strebe jetzt zügige Gespräche mit dem Bundesjustizministerium an. Das Ziel sei, noch in diesem Jahr ein Gesetzentwurf für ein Verbot solcher Angebote auf den Weg zu bringen. „Wir sollten Konversionstherapien verbieten. Homosexualität ist keine Krankheit und damit auch nicht behandlungsbedürftig“, betonte Spahn.

Der Minister hatte im Frühjahr eine Expertenkommission zum Thema eingesetzt. Die Kommission, die fachlich von der „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld“ begleitet wird, komme zu dem Schluss, dass ein Verbot aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich sei. Das bestätigten zudem zwei wissenschaftliche Gutachten. Ein Abschlussbericht der Kommission soll Ende August vorgelegt werden.

Nach Angaben von Jörg Litwinschuh-Barthel von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung muss von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland ausgegangen werden, in denen versucht werd, homosexuelle Menschen durch fragwürdige Methoden umzuerziehen. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte Litwinschuh-Barthel am Dienstag in Berlin.

Auch die Bundesländer hatten sich schon für ein Verbot solcher „Therapien“ ausgesprochen. Der Bundesrat hatte Mitte Mai in einer Entschließung die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen. 

Der Vatikan hat erst am Montag in einem offiziellen Dokument eine „Gender-Ideologie“ kritisiert, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können. Das ging aus einem Dokument der „Bildungskongregation für die katholische Lehre“ hervor. Das Papier empfiehlt für die Betroffenen „therapeutische Interventionen“.

sputniknews


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