Deutschland lockt ausländische Akademiker

  15 Auqust 2019    Gelesen: 149
Deutschland lockt ausländische Akademiker

Deutschland ist für Akademiker aus dem Ausland attraktiv. Sowohl die Zahl zugewanderter Hochschulabsolventen als auch die internationaler Studierender steigt stark. Zwei neue Studien zeigen, warum das so ist und aus welchen Ländern die Menschen kommen.

Immer mehr Hochqualifizierte in Deutschland stammen aus dem Ausland. Der Anteil der woanders geborenen Personen an den Akademikern ist zuletzt sehr stark gestiegen, wie aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Machten sie im Jahr 2007 noch 13,6 Prozent der in Deutschland lebenden Akademiker aus, lag der Wert 2017 schon bei 18,7 Prozent.

Dies ist umso bemerkenswerter, da sich im selben Zeitraum die Zahl der deutschen Hochschulabsolventen um ein Drittel gesteigert hat. "Die zugewanderte hoch qualifizierte Bevölkerung hat sich allerdings noch wesentlich dynamischer entwickelt und ziemlich exakt verdoppelt. Von rund 1,16 Millionen auf 2,32 Millionen", sagte Studien-Autor Wido Geis-Thöne. "Die Zuwanderung aus der EU spielt dabei eine Riesenrolle."

Demnach kamen mit 235.000 die meisten der im Ausland geborenen Akademiker 2017 aus Polen, gefolgt von Russland (225.000) und Rumänien (118.000). Weitere wichtige Herkunftsländer waren unter anderem Kasachstan - wegen vieler Spätaussiedler - die Ukraine, China und Syrien, aber auch die die Türkei, Frankreich und Italien.

Deutschland beliebtestes nicht-englischsprachiges Studienland


Auch bei internationalen Studierenden scheint Deutschland immer attraktiver zu werden. Das geht aus dem Bericht "Wissenschaft weltoffen 2019" hervor, den der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) vorstellten. Demnach ist Deutschland mittlerweile das beliebteste nicht-englischsprachige Gastland für Studierende aus aller Welt.

Im Wintersemester 2017/2018 waren 282.000 internationale Studierende in Deutschland eingeschrieben - Tendenz steigend. Damit hat Deutschland Frankreich als viertbeliebtestes Land zum Studieren überholt. Nur die USA, Großbritannien und Australien sind für noch mehr angehende Akademiker attraktiv. Nach Deutschland ziehtes vor allem chinesische Studenten. Sie führten 2018 mit 37.000 an deutschen Hochschulen eingeschriebenen Männern und Frauen die Liste an, gefolgt von Indien mit 17.300 und Österreich mit 11.100. Auch aus Russland, Italien und Syrien kamen viele Studierende.

Zu den Gründen, in Deutschland zu studieren, ergab eine Umfrage aus dem Jahr 2016: Für 75 Prozent ist die Qualität der Bildung ausschlaggebend. Der Bericht erwähnt aber auch die Möglichkeit, dass sich manche ausländische Studierende aus finanziellen Gründen für ein Studium in Deutschland entschieden haben könnten. Im Vergleich zu angelsächsischen Ländern ist es gebührenfrei und die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind vergleichsweise niedrig. Auf der anderen Seite seien aber auch deutsche Studierende "hochgradig mobil". Etwa ein Drittel aller deutschen Studierenden absolviere während des Studiums einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt.

"Einwanderung Hochqualifizierter muss gesichert werden!"


Deutschland werde international immer attraktiver, sagte CDU-Bundesforschungsministerin Anja Karliczek anlässlich der Vorstellung des Berichts. "Darauf können wir stolz sein, und das sollte uns anspornen, noch besser zu werden." Auch die Zahl der ausländischen Wissenschaftler an deutschen Hochschulen ist stark gestiegen. Nach Angaben des DZHW hat sie sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.

Auch für die Kölner Forscher des IW, den Autoren zu ausländischen Fachkräften, ist das eine richtige und wichtige Entwicklung. Denn wegen des demografischen Wandels sei künftig "in jedem Fall mit einem Rückgang der Nettozuwanderung von akademisch qualifizierten Personen aus der EU zu rechnen", betonte das IW.

Die Experten des IW plädieren daher dafür, die Zuwanderung hoch qualifizierter Fachkräfte langfristig zu sichern. Dafür müsse man bei der klassischen Erwerbsmigration und der Zuwanderung über das Bildungssystem ansetzen. Das kürzlich beschlossene Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei ebenso wie eine hohe Anziehungskraft auf internationale Studierende dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. "Man sollte versuchen, noch mehr Ausländer zu rekrutieren, die an deutschen Hochschulen studieren wollen", sagte Studienautor Geis-Thöne. Man müsse ihnen signalisieren, dass sie langfristig hierbleiben könnten.


Quelle: n-tv.de


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