Chinas Außenhandel gerät in Bedrängnis

  08 September 2019    Gelesen: 199
Chinas Außenhandel gerät in Bedrängnis

Um Chinas Wirtschaft ist es offensichtlich schlechter bestellt als gedacht. Die Exporte des Landes, die etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung ausmachen, schrumpfen im August zur Überraschung von Experten. Ursache dürfte der Handelskrieg mit den USA sein.

Der eskalierende Handelsstreit mit den USA hat zu einem überraschenden Rückgang der chinesischen Exporte im August geführt. Chinas Ausfuhren schrumpften im vergangenen Monat um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Daten der Zollbehörde zeigten. Analysten hatten für August dagegen ein Exportplus von zwei Prozent vorausgesagt, nach einem Anstieg von etwas mehr als drei Prozent im Juli.

Die Importe fielen im August um deutlich mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit genauso stark wie im Juli. Hier hatten Analysten ein Minus von sechs Prozent erwartet.

Dadurch verzeichnete die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA im August einen Handelsüberschuss von rund 35 Milliarden Dollar, verglichen mit einem Überschuss von rund 45 Milliarden Dollar im Juli. Chinas Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten lag im August bei knapp 30 Milliarden Dollar nach rund 28 Milliarden Dollar im Juli. In den ersten acht Monaten 2019 beträgt der Überschuss damit noch rund 195 Milliarden Dollar.

Handelskrieg belastet Konjunktur


Die anhaltenden Ungleichgewichte sind eine der wichtigsten Beschwerden von US-Präsident Donald Trump in den Verhandlungen seiner Regierung mit Peking. Beide Staaten haben sich mit hohen Strafzöllen überzogen. Trump fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen. Der Handelskrieg führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und bremst auch die Weltkonjunktur.

Chinas Wirtschaft ist zwar inzwischen nicht mehr so exportabhängig wie in der Vergangenheit. Die Exporte machen aber immer noch fast ein Fünftel der Wirtschaftsleistung aus. Viele Analysten gehen davon aus, dass sich das Exportwachstum Chinas in den kommenden Monaten weiter verlangsamen dürfte. Sie erwarten daher, dass Peking in den kommenden Wochen weitere Unterstützungsmaßnahmen ankündigt, um das Risiko einer stärkeren Konjunkturabkühlung abzuwenden.


Quelle: n-tv.de


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