Internationales politisches und wirtschaftliches System erlebt beispiellose Krise – Macron

  12 November 2019    Gelesen: 485
Internationales politisches und wirtschaftliches System erlebt beispiellose Krise – Macron

Die Welt erlebt heute laut dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine beispiellose Krise des internationalen politischen und wirtschaftlichen Systems.

„Ich denke, wir erleben eine beispiellose Krise unseres internationalen Systems“, sagte Macron bei der Eröffnung des zweiten Pariser Friedensforums.

Dem französischen Staatschef zufolge hängt die Krise mit völlig neuen Herausforderungen zusammen:

„Es gibt eine interne Krise unseres Systems ... Wir haben eine Krise des globalen politischen und wirtschaftlichen Systems“.

Ferner unterstrich Macron, dass das nach dem Zweiten Weltkrieg gebildete System seit 70 Jahren wirksam gewesen sei.

„Aber die letzten Jahre haben gezeigt, dass eine neue Imparität – manchmal in unseren Gemeinschaften – aufgetreten ist. Sie hat die moderne Gesellschaft zersplittert und eine Krise unserer Demokratien und Zweifel in allen westlichen Demokratien ausgelöst. Dies hat die einseitige Politik – manchmal bei den Garanten dieses internationalen Systems – wiederbelebt. Und jetzt, wenn ich so sagen kann, haben wir eine interne Krise des Systems. In wirtschaftlicher und politischer Hinsicht befindet sich dieses System in einer Krise“.

Pariser Friedensforum

Das zweite Pariser Friedensforum wurde am Dienstag mit Reden des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der künftigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eröffnet.  Auf der Gästeliste stehen Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Ländern.

Bei der Veranstaltung geht es um Themen wie der Multilateralismus, die Cyber-Sicherheit und die Friedensbemühungen für den Nahen Osten. Auch Handelskonflikte und der Klimaschutz sollen zur Sprache kommen. Macron hatte das Friedensforum im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Anlass war der 100. Jahrestag des Endes des ersten Weltkrieges.

„Hirntod der Nato“

Wenige Wochen vor dem jüngsten Nato-Gipfel hatte Emmanuel Macron den Staatenbund in die Mangel genommen. Einer der Kritikpunkte seien fehlende Absprachen, sagte er im Interview mit der britischen Zeitung „The Economist“ am 7. November.

„Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato“, so der französische Präsident im Interview.

Außerdem gebe es „keinerlei Koordinierung bei strategischen Entscheidungen zwischen den USA und ihren Nato-Verbündeten“. Seiner Meinung nach wenden sich die Vereinigten Staaten immer mehr von Europa ab.

sputniknews


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