Russlands Interkontinentalrakete Jars nun auf Schiene stationierbar

  14 November 2019    Gelesen: 630
Russlands Interkontinentalrakete Jars nun auf Schiene stationierbar

Während die Entwicklung des gefürchteten Atomraketenzuges offenbar weiter ruht, ist in Russland eine neue Modifikation der Interkontinentalrakete Jars gebaut worden, die auch auf Zügen stationierbar ist. Das teilte Juri Solomonow, Generalkonstrukteur des Moskauer Instituts für Wärmetechnik (MIT), mit.

„Wir haben jetzt Jars mit verschiedenen Stationierungsoptionen gebaut: Sowohl auf Fahrzeug als auch im Silo oder auf der Schiene – überall dieselbe Rakete“, sagte Solomonow der Militärzeitschrift „Nationalnaja Oborona“. 

Die Jars-Rakete wurde 2007 erstmals getestet. Ihr Vorteil gegenüber dem Vorgänger Topol-M ist der aus mehreren unabhängig steuerbaren Sprengköpfen bestehende Mehrfach-Gefechtskopf, der mehrere Ziele gleichzeitig angreifen kann und Abwehrmaßnahmen erschwert. Sowohl Topol-M als auch Jars und die U-Boot-gestützte Rakete Bulawa sind am Moskauer Institut für Wärmetechnik unter der Leitung Juri Solomonos entwickelt worden.

Schicksal von Atomraketenzug weiterhin unklar

Russland hatte wegen der Spannungen mit der Nato Ende 2014 angekündigt, erneut Raketenzüge zu bauen. Die sogenannten Eisenbahn-Raketenkomplexe (BZRK) waren im Kalten Krieg eine gefürchtete Waffe der Sowjetunion, denn die mit Interkontinentalraketen ausgerüsteten Schienenfahrzeuge waren aus der Luft und dem Weltall nur schwer von zivilen Reise- und Güterzügen zu unterscheiden.

Der letzte russische  Raketenzug wurde 2005 verschrottet, weil er unter den START-II-Vertrag mit den USA aus dem Jahr 1992 fiel. Der Nachfolgevertrag Start III untersagt den Bau neuer Raketenzüge nicht. Anders als das sowjetische Vorgängersystem Molodez, das wegen der massiven Raketenfracht etwas breiter als ein ziviler Zug war, sollten die Züge der neuen Baureihe „Bargusin“ mit kompakteren Raketen bestückt und daher völlig unauffällig werden.

Doch Ende 2017 berichtete die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ unter Verweis auf nicht näher bezeichnete Informanten aus der Rüstungsindustrie, dass das Projekt bis auf Weiteres auf Eis gelegt worden sei. Seitdem gab es keine offiziellen Informationen zur Zukunft des Raketenzuges.

sp/ae


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