Lokführer und Zugbegleiter probieren neue Uniformen

  24 Januar 2020    Gelesen: 421
Lokführer und Zugbegleiter probieren neue Uniformen

Jeans für Lokführer und Kleider für Zugbegleiterinnen: Nach 17 Jahren bekommen Mitarbeiter der Deutschen Bahn neue Uniformen. Bei der Anprobe waren Mitarbeiter von den dezenteren Modellen angetan.

Die Deutsche Bahn hat damit begonnen, ihre Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt neu einzukleiden. Nach zwei Testläufen steht insgesamt 43.000 Zugbegleitern, Servicemitarbeitern, Lokführern und Busfahrern eine Auswahl an bis zu 80 Teilen in Blau und Weinrot zur Verfügung, teilte das Unternehmen mit.

Bisher war das Bahnpersonal an blauen Uniformen mit knallroten Details zu erkennen. Der Entwurf stammt von Designer Guido Maria Kretschmer, bekannt durch die Vox-Sendung "Shopping Queen".

Das dunklere Rot im Ton "burgundy" solle sympathischer und moderner wirken und den Mitarbeitern mehr Kombinationsmöglichkeiten bieten, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. "Es geht um einen neuen Look und um Materialien und Stoffe, die auf hohe Akzeptanz stoßen."
Die Mitarbeiter können die neue Kleidung seit Januar anprobieren und bestellen, dann beginnen die Produktion und Auslieferung. Ab August wird das Personal in Zügen und Bussen sowie an den Bahnhöfen und Reisezentren darin seinen Dienst versehen.

Frauen können sich nun auch Kleider bestellen. Neu sind zudem Trenchcoats, Steppjacken und Blousons auch für Männer. Für Lokführer und Busfahrer gibt es Jeanshosen. Zugchefs sind künftig an der silbernen Farbe von Krawatten und Halstüchern zu erkennen - bisher war die Anzahl von Streifen am Sakko ausschlaggebend.

Mitarbeiter äußern sich positiv
Die Mitarbeiter können das neue Sortiment in eigens eingerichteten Räumen an mehreren Hauptbahnhöfen anprobieren. In Frankfurt sagte eine Zugchefin, sie fühle sich sehr gut in der neuen Kleidung. Nun müsse sich noch herausstellen, ob sie ebenso strapazierfähig sei wie die bisherige.
Eine Kollegin freut sich, dass sie nun im Kleid arbeiten kann - denn da könne im Gegensatz zu einer Rock-Blusen-Kombi nichts verrutschen, wenn sie Fahrgästen mit Koffern oder Kinderwagen helfe. Ein Steward lobt den neuen Hosenschnitt, der ihm beim Bedienen in der Ersten Klasse nicht im Weg sei - die alte Kleidung sei doch "mehr das Modell Schlaghose" gewesen. "Das ist jetzt eher so wie das, was ich im Schrank habe."

Insgesamt werden der Bahn zufolge 900.000 einzelne Kleidungsstücke in Größen zwischen 32 (XXS) und 62 (5XL) verteilt - darunter Gürtel, Handschuhe, Wollschals und Mützen. Zu den Kosten wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Zuletzt war die Unternehmensbekleidung vor 17 Jahren komplett ausgetauscht worden. An der Neuerung wird seit zweieinhalb Jahren gearbeitet.

spiegel


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