Nissans Krise hinterlässt Spuren bei Renault

  14 Februar 2020    Gelesen: 484
Nissans Krise hinterlässt Spuren bei Renault

Paris (Reuters) - Die Krise bei Nissan hinterlässt tiefe Spuren beim Partner Renault.

Der französische Autobauer wies für das abgelaufenen Jahr einen Verlust von 141 Millionen Euro aus und kürzt die Dividende für die Aktionäre, darunter den französischen Staat. Als Gründe für den ersten Verlust seit zehn Jahren nannte das Management am Freitag Belastungen durch Nissan sowie schlechter laufende Geschäfte in China. Für 2020 stellte Renault eine operative Marge zwischen drei und vier Prozent nach 4,8 Prozent im vergangenen Jahr in Aussicht.

Renaults Partner Nissan hatte nach einem Quartalsverlust im Zeitraum Oktober bis Dezember ebenfalls die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zusammengestrichen. Die Allianz, zu der auch der japanische Autobauer Mitsubishi gehört, steckt nach der Entlassung von Konzernchef Carlos Ghosn wegen Veruntreuungsvorwürfen vor gut einem Jahr in einer tiefen Krise. Nissan versucht, mit einem massiven Personalabbau und der Schließung von Produktionsstandorten sein Überleben zu sichern.

Der ab 1. Juli amtierende neue Renault-Chef Luca de Meo soll den Bund zusammenhalten, in dem die Japaner auf mehr Eigenständigkeit dringen. Dem ehemaligen Seat-Chef wird das nötige Fingerspitzengefühl zugetraut, um die unterschiedlichen Kulturen aus asiatischen Unternehmen auf der einen und den Franzosen auf der anderen Seite zu moderieren. Alle Autobauer stehen derzeit unter dem Druck hoher Investitionen in umweltschonende Antriebe, um die Klimavorgaben der EU zu erfüllen. Zusammen sind sie nach Meinung von Experten eher dazu in der Lage als getrennt. Der Trend in der Branche geht ohnehin in Richung weiterer Kooperationen und Zusammenschlüsse. Eine Auflösung der Allianz wäre nach Ansicht von Analysten wegen der engen technischen Zusammenarbeit keine Alternative. Zudem sind die Partner durch Überkreuzbeteiligungen miteinander verbunden.


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