Bayern kündigt Tests für jedermann an

  28 Juni 2020    Gelesen: 437
Bayern kündigt Tests für jedermann an

Im Anti-Corona-Kampf richtet sich der Blick zurzeit vor allem auf die sogenannten Hotspots. Doch wie weit hat sich das Virus unbemerkt schon in der Allgemeinbevölkerung ausgebreitet? Bayern macht seinen Bürgern nun ein Angebot.

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml in München erklärte. Die CSU-Politikerin kündigte eine "Corona-Testoffensive" an: "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Generell gilt: Im Kampf gegen das Virus sind inzwischen in ganz Deutschland Tests auch ohne akute Krankheitsanzeichen auf breiter Front möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Bis dahin gab es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei Infektionsverdacht - also wenn man Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksstörungen hatte. Bayern ist aber das erste Bundesland, das künftig Tests für jedermann vorsieht.

Tests in Fleischbetrieben

"Ein Eckpunkt unseres bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf Sars-Cov-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. Wer die Kosten dafür trägt, blieb zunächst offen.

Nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im NRW-Landkreis Gütersloh ist die Zahl der Infizierten auch in der übrigen Bevölkerung dort "merklich" gestiegen. In 33 weiteren ausgewählten Fleischbetrieben sollen die Mitarbeiter in Bayern reihenweise getestet werden. "Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen", sagte Huml. Bei den ersten umfassenden Corona-Reihentestungen von Mitarbeitern an 51 Schlachthöfen in Bayern waren nach Ministeriumsangaben insgesamt 110 Menschen positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden.

Quelle: ntv.de, wne/dpa


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