Ex-Notenbankchefin Yellen soll unter Biden Finanzministerin werden

  24 November 2020    Gelesen: 190
Ex-Notenbankchefin Yellen soll unter Biden Finanzministerin werden

John Kerry wird Klimabeauftragter, das Heimatschutzministerium geht an einen Latino, Geheimdienstkoordinatorin wird erstmals eine Frau: Joe Biden hat sein Kabinett vorgestellt. Auch für das Finanzministerium gibt es nun eine Lösung.

Der designierte US-Präsident Joe Biden will nach übereinstimmenden Medienberichten die ehemalige US-Notenbankchefin Janet Yellen als Finanzministerin nominieren. Das berichten unter anderem das »Wall Street Journal« und die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Insider. 

Biden stellt derzeit die Kandidatenliste für sein Kabinett zusammen. Erste Namen hat er bereits bekanntgegeben, nicht aber, wen er an die Spitze des Finanzressorts heben möchte. Die 74-jährige Yellen wäre die erste Frau an der Spitze des US-Finanzministeriums. 

Neben Yellen galten zuletzt auch Fed-Direktorin Lael Brainard, der Chef der Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic, und die ehemalige Fed-Direktorin Sarah Bloom Raskin als Anwärter auf den Schlüsselposten. Bidens Auswahl muss noch vom Senat bestätigt werden.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Biden den erfahrenen Diplomaten Antony Blinken zum Außenminister und den früheren Außenminister John Kerry zu seinem Klima-Beauftragten machen will. Das teilte Bidens Übergangsteam mit. Die frühere Vizechefin des Geheimdienstes CIA, Avril Haines, soll zudem als erste Frau der US-Geschichte Geheimdienstdirektorin werden, wie Bidens Übergangsteam mitteilte. Sie würde damit künftig die Arbeit aller US-Geheimdienste koordinieren.

Mit Alejandro Mayorkas soll erstmals ein Latino das Heimatschutzministerium leiten, das unter anderem für Einwanderung zuständig ist. »Als ich noch sehr jung war, boten die Vereinigten Staaten meiner Familie und mir einen Zufluchtsort«, schrieb Mayorkas bei Twitter: »Jetzt bin ich nominiert worden, um DHS-Sekretär zu werden und den Schutz aller Amerikaner und derjenigen, die auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Lieben vor Verfolgung fliehen, zu überwachen.«

Bidens Übergangsteam bestätigte am Montag zudem, dass der 43-jährige Jake Sullivan Bidens Nationaler Sicherheitsberater werden soll. Sullivan war bereits Bidens Sicherheitsberater in dessen Zeit als Vizepräsident.

Die Karrierediplomatin Linda Thomas-Greenfield wird demnach Botschafterin ihres Landes bei den Vereinten Nationen werden. »Meine Mutter lehrte mich, mit der Kraft der Güte und des Mitgefühls zu führen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen«, twitterte Thomas-Greenfield: »Ich habe diese Lektion während meiner gesamten Karriere im Auswärtigen Dienst mitgenommen – und werde, falls ich bestätigt werde, dasselbe als Botschafterin bei den Vereinten Nationen tun.«

US-Medien hatten bereits über die Personalien Blinken, Sullivan und Thomas-Greenfield berichtet.

Eine Überraschung ist die Ernennung des früheren Chefdiplomaten John Kerry zum Klima-Sondergesandten. Der 76-Jährige, der zwischen 2013 und 2017 unter Präsident Barack Obama US-Außenminister war, wird in dieser Funktion dem Nationalen Sicherheitsrat angehören.

»Das ist das erste Mal, dass dem Nationalen Sicherheitsrat ein eigens für den Klimawandel zuständiger Vertreter angehören wird«, erklärte Bidens Übergangsteam. Damit bringe der gewählte Präsident zum Ausdruck, dass die Erderwärmung als »dringliches Thema der Nationalen Sicherheit« angesehen werde.

spiegel


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