Große Erwartungen an Laschet

  18 Januar 2021    Gelesen: 133
Große Erwartungen an Laschet

Nach der Niederlage von Friedrich Merz bei der Wahl zum CDU-Vorsitz wird mit Spannung erwartet, ob es dem Gewinner Armin Laschet gelingt, die Partei zusammenzuführen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff sagte im Dlf, er erwarte, dass Laschet insbesondere konservative Grundwerte betone. Der SPD-Vorsitzende Walter-Borjans spricht von einer „Riesenaufgabe“.

Der CDU-Politiker Haseloff sagte im Deutschlandfunk, die Ideen des in der Stichwahl unterlegenen Kandidaten Merz müssten in der Partei weiterhin zum Tragen kommen. Laschet habe selbst ein konservatives Fundament und wisse, wie man in einer großen Volkspartei mit unterschiedlichen Meinungen umgehe und die Flügel zusammenbinde. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Günther rief Laschet im Dlf dazu auf, für Zusammenhalt zu sorgen und die unterschiedlichen Flügel der Partei einzubinden. Der saarländische Ministerpräsident Hans sagte, als Union müsse man den Konservativen ein Angebot zur Mitarbeit machen.

JU-Vorsitzender Kuban befürchtet Austritte

Der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, rief die Mitglieder seiner Organisation zur Unterstützung Laschets auf. Er werde jeden, der nun aus der Partei austreten wolle, persönlich um seinen Verbleib bitten, sagte Kuban den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die Nachwuchsorganisation der Unionsparteien hatte sich für den Kandidaten Merz ausgesprochen. Nach dessen Niederlage gingen bereits einige Austrittsgesuche beim Bundesverband der Jungen Union ein. Kuban betonte, er selbst werde jetzt mit der gleichen Leidenschaft, mit der er für Merz gekämpft habe, für den Zusammenhalt der Partei und den Vorsitzenden Laschet werben. Laschet müsse den Themen, für die Merz geworben habe, einen hohen Stellenwert einräumen.

SPD-Chef Walter-Borjans: „Riesenaufgabe“

Auch beim Koalitionspartner SPD ist die Entwicklung der CDU von großem Interesse. Der Ko-Vorsitzende Walter-Borjans sagte im Deutschlandfunk, Laschet stehe in seiner Partei eine Riesenaufgabe bevor. Dies sei insbesondere durch den knappen Ausgang der Wahl mit sehr unterschiedlichem Personalangebot deutlich geworden.

Der 59-jährige Laschet war am Samstag auf einem digitalen Parteitag zum neuen Parteivorsitzenden gewählt worden. In der Stichwahl siegte er mit relativ knappem Vorsprung vor dem früheren Unionsvorsitzenden Merz.


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