Corona-Impfpass: Sicherheitskriterien müssen in der EU und Russland die gleichen sein

  03 März 2021    Gelesen: 288
Corona-Impfpass: Sicherheitskriterien müssen in der EU und Russland die gleichen sein

Ein gemeinsamer europäischer Corona-Impfpass soll bis Sommer vereinbart werden, hieß es nach dem EU-Sondergipfel zur Corona-Pandemie Ende Februar. Jedes Land entscheidet für sich, was mit Impfpass möglich ist. Vor- und Nachteile werden in der Gesellschaft diskutiert.

Über die Wirksamkeit des Impfpasses gehen die Meinungen auseinander. Einige Experten strahlen Optimismus aus und behaupten, dass dieses Dokument zur Lösung vieler dringender Probleme beitragen wird. Andere hingegen sind sehr pessimistisch in Bezug auf den Vorschlag, den Geimpften spezielle Pässe auszustellen. Der österreichische Geschäftsmann Gerald Sakuler bewertet die Situation pragmatisch.

„Die Impfpässe sind wegen der weltweiten Hysterie wahrscheinlich notwendig. Der Impfpass ist vielleicht ein Übel, aber er werde kommen, weil es sich keine Regierung erlauben kann, dass sie nicht versucht, etwas zu tun. Auch wenn es nichts bringt. Form over substance! So waren bisher alle Maßnahmen und daher passt der Impfpass gut. Dass Missbrauch betrieben wird, ist schon heute klar, aber man kann dann den Politikern nicht mehr vorwerfen, dass sie nichts getan hätten“, sagte Sakuler im SNA-Gespräch.

Andererseits sieht er einen positiven Sinn darin, dass man sehen wird, welche Länder in der Lage sind, ein sicheres System zu machen. Laut ihm stellt die Covid-Situation viel mehr Fragen als man denkt: vom gefälschten, unwirksamen Impfstoff bis zur fälschungssicheren Dokumentation der Impfung (dass der Impfpassinhaber auch wirklich die Person ist, die geimpft worden ist). „Daran haben Russland und die EU das gleiche Interesse und dieser Logik folgend müssen die Sicherheitskriterien für den Impfpass die gleichen sein. So wäre es eine gute Möglichkeit, ein gemeinsames Thema abseits der Sanktionen und ohne riesige Vereinbarungen in genau der gleichen Form zu bearbeiten“, betont Sakuler.

Die anfängliche Skepsis gegenüber der russischen Vakzine Sputnik V sei überwunden worden und in Moskau lassen sich viele Österreicher impfen, merkte er an. Auch in Österreich fragen ihn viele Leute um die Sputnik-Impfung. „Nachdem ich jetzt schon ein Jahr nicht in Russland war, verstehe ich die Unterschiede besser. Unsere Regierung spielt da ein seltsames Spiel, weil eine Schnellverordnung, wie sie Ungarn gemacht hat, den schnellen Einsatz von Sputnik in Österreich ermöglichen würde. Man will aber auf die europäische Zulassung warten. Man will gut sein und daher nicht pragmatisch vorgehen“, kritisiert Sakuler.

Gerald Sakuler ist Preisträger der Österreichischen Handelskammer, Vorstandsmitglied des Russischen Rates für nachhaltige Architektur und Bauwesen, Experte der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB. Bis Pandemie war er Mitglied der Assoziation des europäischen Business (AEB) in Russland. Er lebt heute in Wien und bemüht sich direkt um österreichisch-russische Beziehungen.

snanews


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