Wirtschaftsinstitute befürworten Erhöhung des Rentenalters wegen Corona-Krise

  15 April 2021    Gelesen: 1810
Wirtschaftsinstitute befürworten Erhöhung des Rentenalters wegen Corona-Krise

Angesichts der in der Corona-Krise steigenden Staatsschulden haben sich die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für ein höheres Rentenalter in der Bundesrepublik ausgesprochen. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag unter Verweis auf die ihr vorliegende Frühjahrsprognose.

Die Verfasser der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, verweisen demnach auf die Herausforderung, die Staatsfinanzen nach der Pandemie wieder auf eine solide Basis zu stellen. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung spiele dabei vor allem die Rentenversicherung eine Rolle. Ein höheres Rentenalter könne die Staatsfinanzen stützen.

Die Corona-Krise hinterlasse deutliche Spuren in der Wirtschaft und treffe diese wegen der dritten Infektionswelle härter als noch im Herbst angenommen. Es werde damit gerechnet, dass die wirtschaftliche Lage noch bis zum Ende des Lockdowns vor allem im Dienstleistungssektor schwierig bleibe. Eine Lockerung der Maßnahmen sei erst gegen Mitte des Jahres zu erwarten. Dann aber werde sich das wirtschaftliche Geschehen in vielen Bereichen rasch normalisieren.

Bis Jahresende könne der Aufholprozess abgeschlossen sein. Trotzdem hätten die Wirtschaftsforscher ihre Konjunkturprognose nach unten korrigiert: Nach ihren Prognosen soll die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,7 Prozent zulegen. Noch im Herbst sei ein Zuwachs um 4,7 Prozent vorhergesagt worden.

Nach dem Ende der staatlichen Hilfsmaßnahmen könnte auch die Zahl der Insolvenzen stark steigen. Die bisher niedrigen Zahlen an Unternehmenspleiten seien wohl vor allem auf die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und das Aussetzen der Anmeldepflicht für Insolvenzen zurückzuführen, heißt es. Die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, ist noch bis Ende April ausgesetzt.

An der Erstellung der Gemeinschaftsdiagnose sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, das Ifo-Institut in München, das Institut für Weltwirtschaft Kiel, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle sowie das Essener RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung beteiligt.

snanews


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